27.07.2019Gemeinderäte wünschen sich bessere Kommunikation mit der Bahn

Quelle: https://www.badische-zeitung.de/gemeinderaete-wuenschen-sich-bessere-kommunikation-mit-der-bahn--175777399.html

Rückblick auf die Bürgerinformationsveranstaltung im Auggener Gemeinderat / Auch Verwaltung soll mehr über nichtöffentliche Treffen informieren .

AUGGEN. Der Rückblick auf die Informationsveranstaltung schlug bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag in Auggen noch einmal Wellen, wenn auch vorwiegend im Zuschauerraum. Peter Pilger von der Bürgerinitiative Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland (BBM) meldete sich zu Wort und forderte den Gemeinderat auf, sich die Einhaltung des Vollschutzes beim Lärmschutz im Planfeststellungsabschnitt 9.0 zwischen Müllheim und Auggen schriftlich zusichern zu lassen. Im Raum steht der Verdacht, die Bahn wolle den politisch beschlossenen höchstmöglichen Lärmschutz, der das Ergreifen passiver Lärmschutzmaßnahmen überflüssig machen würde, durch Absprachen mit einzelnen betroffenen Bürgern unterlaufen, die der Lärm womöglich weniger stören würde als die vor ihrem Grundstück aufragenden Lärmschutzwände.

Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Sonnberghalle am vergangenen Wochenende hatte die mit dem Ausbau der Rheintalbahn befasste DB Netze eine neuartige Konstruktion niedrigerer, 6,50 Meter hoher Lärmschutzwände mit sogenannten Schallresonatoren vorgestellt. Durch die kann der von vorbeifahrenden Zügen emittierte Lärm noch stärker absorbiert beziehungsweise umgelenkt werden als mit den bisherigen Modellen, die eine Gesamthöhe von bis zu 7,40 Meter vorsahen. Allerdings liegen die entsprechenden Berechnungen und Gutachten der Gemeinde Auggen laut Bürgermeister Fritz Deutschmann bisher nicht vor.

Axel Baßler, eigens bestellter Berater des Gemeinderats in Sachen Bahnausbau, fand zwar einige lobende Worte für die Informationsveranstaltung, bemängelte jedoch, die DB Netze habe durch Nichteinbeziehung des BBM in ihre Präsentation eine Chance verpasst, Gräben zuzuschütten.

Es sei für ihn nicht nachzuvollziehen, warum den Vertretern der Gemeinde nicht im Vorfeld der Informationsveranstaltung prüfbare Unterlagen vorgelegt worden seien, notfalls um den Preis einer Verschiebung der Veranstaltung. „Es kann nicht sein, dass die Gemeindevertreter von Tuten und Blasen keine Ahnung haben“, spitzte er seinen Vorwurf zu.

Eine weitere Befürchtung ist, dass der Schall nun an der Strecke vollständig geschluckt, aber dafür im Oberdorf stärker wahrzunehmen sei. Gemeinderätin Barbara Schroeren-Boersch regte an, als Gemeinderat zeitnah eine öffentliche schriftliche Stellungnahme zu formulieren mit der Aussage, man werde sich nicht auf „Höhenspielereien“ einlassen, sondern beharre nach wie vor auf dem Vollschutz, vollumfänglich. Dazu konnte sich der Gemeinderat in der letzten Sitzung vor der Sommerpause aber nicht durchringen.

Gemeinderat Bruno Kiefer schlug vor, sich auch künftig Vertreter der Bürgerinitiativen MUT und BBM als Ratgeber hinzuzuziehen, die sich allerdings in der Vergangenheit besonders vehement gegen „Markgräfler Monster-Mauern“ eingesetzt hatten. Gemeinderätin Sabine Baßler forderte „vertrauensbildende Maßnahmen“ vonseiten der Bahn ein. Sie wünsche sich als Gemeinderätin engmaschigerer Kontakte, über die regelmäßigen, aber nichtöffentlichen Treffen des sogenannten Arbeitskreises, an dem neben Bürgermeister Deutschmann auch Hauptamtsleiter Dirk Ehret regelmäßig teilnimmt, hinaus.

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