23.12.2018 (Auggen) Es geht los

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/muellheim/es-geht-los-x6x--162567726.html

Von Daniel Ruda

So, 23. Dezember 2018

Müllheim

Der Sonntag Arbeiten für die Rheintalbahn beginnen mit Bau von zwei neuen Brücken in Auggen.

Im Januar beginnen die ersten großen Bauarbeiten im Rheintalbahnabschnitt zwischen Müllheim und Auggen. Bei Gemeinderäten und Bürgerinitiativen ist die Ablehnung gegen die Pläne derweil immer noch groß.

Zwei Straßenbrücken werden abgerissen und für die zukünftigen Gleise der Rheintalbahn neu gebaut. So beginnen in der Gemeinde Auggen in der zweiten Januarwoche 2019 die Arbeiten. Die Kleinfeldele-Brücke wird durch eine längere Brücke ersetzt. Nach vorbereitenden Arbeiten wird sie im April abgerissen, bevor im Juli mit dem Neubau begonnen wird. Voraussichtlich im November 2020 soll die neue Brücke dann stehen.

Nach einem etwas komplizierteren Zeitplan wird bei der Fischerpfad-Brücke verfahren, dort wird die neue Brücke jedoch in Richtung Süden versetzt an neuer Stelle errichtet. Die alte Brücke wird erst danach abgerissen. Nach den bereits gestarteten Rodungsarbeiten geht es dort ebenfalls im Januar mit den Vorarbeiten los. An der neuen Brücke gewerkelt wird dann ab Februar, Ende 2019 soll sie stehen. Der Abriss der alten Brücke soll dann Ende August 2020 erledigt sein. Diesen Zeitplan präsentierte die Bahn am Mittwochmittag. „Wir schauen zuversichtlich in die Zukunft“, kommentierte ein Bahnsprecher dazu.

Müllheimer Gemeinderat will Alternativplanung

Weniger zuversichtlich blickt indes der Müllheimer Gemeinderat in Bezug auf die Pläne der Rheintalbahn im Planfeststellungsabschnitt 9.0 ins neue Jahr. Am Mittwochabend verabschiedete das Gremium in Einstimmigkeit die Forderung, dass doch noch die sogenannte Alternativplanung der schlanken optimierten Kernforderung 6 (OKF 6) von den Entscheidern umgesetzt werden solle. Dazu wurde eine von der Stadt mitfinanzierte Studie erstellt, die in der Sitzung auch vorgestellt wurde. Die Tieflage des dritten und vierten Gleises, die von der Bahn verworfen wurde, ist darin das zentrale Element. Zwischen Auggen und Schliengen solle die Güterzugtrasse wieder aus der Tieflage heraufgeführt und in Richtung Katzenbergtunnel geleitet werden. Bereits bestehende Gleisanlagen des Müllheimer Bahnhofs können laut Studie genutzt werden und Fernzüge hier die Regionalzüge überholen.

Neben vielen weiteren veränderten Details gegenüber der Bahnplanung wie etwa dem Wegfall des für die Bahn zentralen Hügelheimer Knotens, sind als Maximalgeschwindigkeit 230 Stundenkilometer für die ICEs vorgesehen, die Bahn plant mit 250 Stundenkilometern. 447 Millionen Euro sollen die Gesamtkosten betragen.

Die Aussicht auf Erfolg für die Umsetzung der Alternativplanung ist aber äußerst gering. Im April hatte das Bundesverwaltungsgericht die gemeinsame Klage von Müllheim und Auggen gegen den Planfeststellungsbeschluss zurückgewiesen, und nun rollen die Bagger an. Die Bahn spricht von 385 Millionen Euro Gesamtkosten, die Kritiker widersprechen dieser Schätzung.

Die Erfolgsaussichten der Kritiker sind gering

„Wir müssen dringend was tun“, kommentiert es Roland Diehl, Vorsitzender der Bürgerinitiative MUT (Mensch und Umwelt schonende DB-Trasse) und Mitglied des Sprecherkreises der IG Bohr (Interessengemeinschaft Bahnprotest an Ober- und Hochrhein), der an vorderster Front der Bahnkritiker steht.

In den regionalen Begleitgremien, die es für die unterschiedlichen Abschnitte der Rheintalbahn gebe, sei es laut Diehl ein angenhemes und gutes Arbeitsjahr gewesen. „Nur im Planfeststellungsabschnitt 9.0 macht es keinen Spaß“, sagt er. Das Vertrauensverhältnis zwischen den beiden Parteien habe stark gelitten. Zu unterschiedlich sind die Ansichten. „Die Gespräche gestalteten sich schwierig“, umschreibt es ein Bahnsprecher auf Nachfrage.

Juristisch sei die Bahnplanung durchsetzbar, sagt Diehl. „Ob sie politisch durchsetzbar ist, daran habe ich aber Zweifel.“ Die Region müsse nun weiter die südbadischen Bundestagsabgeordneten hinter sich bringen, fordert er.

Wie Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich gegenüber der Badischen Zeitung sagte, brauche es dazu aber auch regional mehr Unterstützung anderer Kommunen. Müllheim, Auggen und Buggingen, wo sich der Gemeinderat in dieser Woche auch für die OKF 6 aussprach, sind die einzigen Orte, die sich aktiv gegen die Bahnplanung auf dieser Strecke stellen.

Die Bundestagsabgeordneten haben demnach durchblicken lassen, dass auch Gemeinden zwischen Freiburg und Weil am Rhein sowie die betroffenen Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Lörrach sich dem Ansinnen aus dem Markgräflerland anschließen sollten, wären sie doch von einer möglichen Änderung der Planungen indirekt auch betroffen. Einen solchen Konsens könne die Müllheimer Bürgermeisterin aber „gegenwärtig nicht erkennen“.

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