07.11.2018 Kritik am Ausgleichsflächen-Tausch für Dietenbach

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg-west/kritik-am-ausgleichsflaechen-tausch-fuer-dietenbach--159075467.html

Von Daniela Frahm

Mi, 07. November 2018

Freiburg West

Der Ausbau der Rheintalbahn und die Auswirkungen auf den geplanten Stadtteil waren Thema im Hochdorfer Ortschaftsrat.

FREIBURG-HOCHDORF. Die Gemeinderatsvorlage zu Ausgleichsflächen für den Rheintalbahn-Ausbau führte im Hochdorfer Ortschaftsrat zu grundsätzlichen Diskussionen über den geplanten Stadtteil Dietenbach. Denn durch diesen könnte das Areal von der Bahn eben nicht für den ökologischen Ausgleich der Ausbaufolgen genutzt werden, so dass dieser an anderer Stelle geschaffen werden müsste.

Obwohl Annette Schubert aus dem Baudezernat der Stadt den Räten erklärte, dass die jetzt vorgesehenen Aufforstungsflächen auch benötigt würden, wenn der neue Stadtteil durch den Bürgerentscheid gestoppt würde, und sie in dieser Position von Ortsvorsteher Christoph Lang-Jakob unterstützt wurde, ließen sich einige davon nicht recht überzeugen. Nur sieben Räte nahmen die Vorlage zustimmend zur Kenntnis, die anderen sieben enthielten sich. Hochdorf ist allerdings nur mit einer vergleichsweise kleinen Fläche von rund 0,3 Hektar (3000 Quadratmeter) in der „Oberlinkmatte“ betroffen, die deutlich größere Ausgleichsfläche soll in Sasbach am Kaiserstuhl geschaffen werden, wie Schubert erklärte, die in der Projektgruppe Dietenbach für die Kooperation mit den Nachbargemeinden zuständig ist.

Da die Bahn in dem für Dietenbach vorgesehenen Gebiet seit 2003 Flächen gekauft hat, unter anderem um diese als Ausgleichsflächen für den Ausbau der Rheintalbahn zur Verfügung zu stellen, musste die Stadt Ersatz suchen. Das hat sich bei den benötigten 6,2 Hektar (62 000 Quadratmeter) laut Schubert als sehr schwierig herausgestellt. Umso dankbarer sei die Stadt, dass sich Sasbach bereit erklärt habe, ein rund vier Hektar großes Grundstück für Waldaufforstung beizusteuern, das aber im Besitz der Gemeinde bleibe. Die Stadt werde das durch Ökopunkte oder rund 600 000 bis 700 000 Euro ausgleichen.

„Dietenbach ist ja nicht sicher, und dann müssen vielleicht wieder Flächen getauscht werden“, kritisierte Robert Mathis (Freie Wähler). Da die Bahn im Dezember ihre Planungsunterlagen beim Eisenbahnbundesamt abgeben müsse, gebe es den Zeitdruck für die jetzige Entscheidung, erklärte Schubert, „und außerdem sind Ausgleichsflächen Mangelware, die können wir sowieso gebrauchen“. Das sah auch Lang-Jakob so. „Dadurch haben wir erst mal den Rücken frei“, sagte der Ortsvorsteher.

Der Abstimmung schloss sich noch eine kurze Diskussionsrunde über die grundsätzliche Wohnungspolitik der Stadt und die Notwendigkeit des neuen Stadtteils an, von der offenbar einige Räte nicht überzeugt sind.

Keine Debatten gab es hingegen bei den restlichen Tagesordnungspunkten. Einstimmig wurde der Benennung der bislang namenlosen Straße an der Autobahnmeisterei in „Am Gehöft“ zugestimmt. Außerdem beschlossen die Räte, eine Anregung aus der Bevölkerung aufzunehmen, die Verkehrs-AG-Bushaltestelle „Benzhauser Straße“ eventuell in „Friedhof“ umzubenennen, damit dieser für Auswärtige leichter zu finden sei. Die Hochdorfer Verwaltung wird mit diesem Vorschlag nun auf die VAG zugehen.

Gesprächsbedarf hatten die Räte beim Punkt Verschiedenes, als es unter anderem darum ging, ob nicht wieder ein Weihnachtsbaum aufgestellt und es mal wieder einen Weihnachtsmarkt geben könne. Zum Thema Baum verwies Lang-Jakob auf die Situation auf dem Högebrunnenplatz, die es derzeit unmöglich mache, dort einen aufzustellen. Und zum Markt sagte er, dass sich dafür Organisatoren finden müssten, die das frühzeitig und zuverlässig in die Hand nähmen.

Auch der Ortsvorsteher selbst war in der Sitzung von Interesse. Adalbert Mehler (CDU) wollte von ihm wissen, ob er denn tatsächlich im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren werde, worauf Lang-Jakob unwirsch reagierte, weil er das „nun wirklich schon mehrfach gesagt“ habe.
Dauer: 2 Stunden, 10 Minuten.
Teilnehmer: alle 14 Räte.
Zuhörer: keine.

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