16.10.2018 Güterverkehrsterminal Lkw auf die Bahn: Lahr weiter für Güterverkehrsterminal

Autor:
Dominik Kaltenbrunn

Lesezeit 3 Minuten

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16. Oktober 2018

Ende 2017 präsentierte die IGZ Raum Lahr und die Stadt Lahr eine ungefähre Lage des geplanten Güterverkehrsterminals zwischen dem Industrie- und Gewerbepark Raum Lahr und der A 5. ©IGZ Raum Lahr GmbH/Stadt Lahr

Der Lahrer Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend intensiv über das geplante Güterverkehrsterminal und eine »Rollende Landstraße«-Anlage zwischen der A 5 und Lahr diskutiert. Schließlich wurde ein Grundsatzbeschluss zur Realisierung ohne Gegenstimmen und bei nur einer Enthaltung beschlossen.

Im Langzeitvorhaben Güterverkehrsterminals (GVT) mit »Rollender Landstraße«-Anlage (Rola) zwischen der Autobahn 5 und dem Flugplatz hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend nach intensiver Diskussion einem Grundsatzbeschluss zur Realisierung des Großprojekts zugestimmt. Die Planung erfolgt im Zusammenhang mit dem Ausbau eines dritten und vierten Gleises der Rheintalbahn durch die Deutsche Bahn (DB). Nach jetzigem Stand soll dieser Ausbau im Jahr 2035 beendet sein, sagte Markus Ibert, Geschäftsführer der IGZ (Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH). Vor der Diskussion zwischen den  Fraktionen stellte er die Geschichte des Großprojekts vor (siehe »Hintergrund«).

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»Durch einen Bundestagsbeschluss vom Januar 2016 wurde festgelegt, die Rheintalbahn zwischen Offenburg und Riegel östlich entlang der A 5 auszubauen. Erst seitdem haben wir eine vernünftige Planungssicherheit für das GVT bei Lahr«, sagte Ibert. Obwohl der Ausbau erst 2035 beendet sein wird, sei es wichtig, schon jetzt die notwendigen Planungsschritte einzuleiten und der DB für Abstimmungen zur Verfügungen zu stehen. So könnten die Belange der Stadt Lahr für den Ausbau der Rheintalbahn berücksichtigt werden, heißt  es in dem von Ibert und Bürgermeister Tilman Petters vorgestellten Grundsatzpapier. Da sowohl die Schweiz als auch die DB Interesse an einem GVT in Lahr gezeigt hätten, sei es »wichtig, einen grundsätzlichen Beschluss für das GVT zu fassen, um zu zeigen, dass die Stadt an dem Projekt arbeitet«, sagte Petters. Für Walter Caroli (SPD) ist die Frage nicht, »ob es ein GVT gibt, sondern wie es umgesetzt wird. Die Stadt Lahr darf nicht länger reaktiv sein, sondern muss aktiv werden«.

Ilona Rompel (CDU) sicherte die Unterstützung ihrer Fraktion für das GVT zu. »Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene ist sinnvoll. Das GVT ist im Sinne der Menschen, die hier leben«, sagte Rompel, und bekam dafür auch Beifall von der SPD-Fraktion. Sie verlangte von der Stadt aber auch konkrete Aussagen innerhalb der nächsten zwei Jahre, etwa zu realistischen Kosten des Projekts. Rompel befürchtet durch das GVT zunehmenden Lkw-Verkehr etwa auf der B 33 aus dem Kinzigtal oder der B 415 durch Reichenbach und Kuhbach. Auch eine mögliche Lärmbelästigung für Hugsweier sprach sie an. »Es ist wichtig, mögliche Belastungen durch das GVT frühzeitig zu bedenken«, so Rompel.

»Natürlich sind für das GVT noch hunderte bis tausende Fragen offen. Wir müssen aber beharrlich bleiben«, befand Eberhard Roth (Freie Wähler). Für seine Fraktion seien zwei Punkte maßgeblich. Erstens sei die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene verkehrspolitisch, ökologisch und ökonomisch sinnvoll. Zweitens sei wichtig, dass die Stadt für das GVT mitentscheiden könne. Auch die Grünen-Fraktion stimmt geschlossen für das GVT und eine Rola. Es gäbe zu viele umweltschädliche Lkw auf der Straße, so Dorothee Granderath. »Wir machen das aus Altruismus, denn die Geroldseckervorstadt wird mit zunehmenden Verkehr die Nachteile spüren.«

Zusätzliche Arbeitsplätze
Jörg Uffelmann (FDP) sieht durch das GVT und die Rola Zukunftschancen für Lahr: »Das bringt viele zusätzliche Arbeitsplätze in die Region. Lahr liegt mit dem Projekt im Zentrum Europas, aus allen Richtungen wird der Verkehr nach Lahr kommen.« Um Detailfragen könne es dabei jetzt noch gar nicht gehen.
Ohne Gegenstimmen und bei nur einer Enthaltung von Vera Böhmer (Linke) beschloss der Gemeinderat letztlich das Grundsatzpapier zur Realisierung des GVT und der Projektierung einer Rola-Anlage.

Hintergrund

Schon seit 22 Jahren in Planung

Im September 1996 haben das Eidgenössische Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement der Schweiz und der Bundesminister für Verkehr der Bundesrepublik Deutschland eine Vereinbarung über die Leistungsfähigkeit der neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) geschlossen. Das berichtete Markus Ibert am Montag im Lahrer Gemeinderat. Die wichtigste Maßnahme auf deutscher Seite sei in diesem Zusammenhang der viergleisige Ausbau der Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel. Mit der Teilnahme im Projekt »Code 24« habe sich die Stadt Lahr mit der Frage auseinandergesetzt, ob durch den Rheintalausbau ein Güterverkehrsterminal zwischen dem Gebiet des Flughafenareals oder zwischen der A 5 und dem Zweckverbandsgelände des IGZ sinnvoll ist. Eine Machbarkeitsstudie sei im Oktober 2014 zu dem Ergebnis gekommen, dass ein GVT sinnvoll sei.

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