06.09.2018 (Müllheim)“Normale und übliche Naturschutz-Vorgaben“

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/muellheim/normale-und-uebliche-naturschutz-vorgaben–156357460.html

Do, 06. September 2018

Müllheim

BBM übt Kritik an einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn zum Thema Landschaftspflege / Neue Variante entwickelt

MARKGRÄFLERLAND (BZ). Das Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland (BBM) reagiert kritisch auf eine Pressemitteilung der Deutschen Bahn (DB) zum Thema Landschaftspflege. Weil der Bau der zwei neuen Gleise östlich der Rheintalbahn in den Lebensraum von Tieren und Pflanzen eingreift, kündigte die DB kürzlich an, von Ende August an landschaftspflegerische Maßnahmen vornehmen zu wollen (BZ vom 29. August).

„Die von der DB herausgestellte ‚Landschaftspflege’ erfüllt die zu erwartenden, normalen und üblichen Naturschutz-Vorgaben und stellt somit keine zusätzliche Leistung dar“, bemängelt das BBM. Zudem verschweige die DB einen „wesentlich schwerwiegenderen Umweltfrevel“, der sich aus „beiden folgenden Tatsachen“ ergebe: dass zum einen die DB-Variante 15 Hektar zusätzlichen wertvollen Ackerboden vernichte und zum anderen die gewaltigen erforderlichen Lärmschutzmaßnahmen massiven und negativen Einfluss auf das Kleinklima ausübten. „Im Verhältnis zu diesen beiden Fakten“, so das BBM, „entsprechen die von der DB so hervorgehobenen landschaftspflegerischen Maßnahmen lediglich einer Fußnote in Sachen Umweltschutz.“

Man habe eine Variante entwickelt, die diese negativen Umwelteinflüsse so weit wie möglich minimiere, erklärt das BBM: die „schlanke optimierte Kernforderung 6 (oKF6)“. Diese sei inzwischen von neutralen Ingenieurbüros als machbar begutachtet worden, ohne dass die seitens der DB formulierten Zielvorgaben bezüglich der Trasse beziehungsweise Strecke eingeschränkt würden. Bei dieser neuen Variante werde die Neubaustrecke erst kurz vor dem Katzenbergtunnel mit der Rheintalbahn verbunden. Damit würden die „gewaltigen Dimensionen“ des von der Bahn geplanten Hügelheimer Knotens entfallen, erklärt das BBM. Zur Erklärung: Nach DB-Plänen kommt zwischen Buggingen und Hügelheim die neue Güterzugtrasse aus der Tieflage wieder an die Erdoberfläche und verknüpft sich mit der Altbaustrecke der Rheintalbahn. Bis zu sieben Gleise sollen dort teils neben, teils übereinander geführt werden.

Die Vorteile der oKF 6, laut BBM: Da die Neubaugleise in Tieflage geführt werden sollen, könnten die Schallschutzmaßnahmen deutlich verringert werden. Zusätzlich sei der Schutz vor Gefahrguttransporten im Bahnhofsbereich Müllheim optimiert. Anmerkung der Redaktion: In der Tieflage ist kein weiterer Lärmschutz notwendig, im Bereich des Knotens Buggingen/Hügelheim plant die Bahn auf rund 2700 Metern Schallschutzwände zwischen zwei und sechseinhalb Metern Höhe.

Bei der oKF 6 handele es sich um eine etwas veränderte Variante als die ursprüngliche des BBM, teilt diese weiter mit. Die ursprüngliche Version sei laufend angepasst worden, um Forderungen der DB zu erfüllen, und gleichzeitig immer teurer geworden – so dass sie schlussendlich abgelehnt wurde. Mit der jetzt vorliegenden schlanken oKF 6 liege man wieder im Kostenrahmen, so das BBM. Zurzeit bemühe man sich, noch offene planerische Fragen zu lösen und die Planung entsprechend darzustellen. Die Kommunen seien gebeten worden, sich an der Finanzierung zu beteiligen.

In einer internen Unterredung des Arbeitskreises Bahn Süd Ende Juli sei diese modifizierte Variante Thema gewesen, heißt es weiter. Mit Ende der Ferienzeit, am 10. September, sollen dann konstruktive Gespräche im Rahmen des Begleitgremiums geführt werden. Man versuche derzeit über die Politik, eine für die Region annehmbare Lösung zu erreichen, so das Bürgerbündnis Bahn Markgräflerland.

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