21.6.2018 Der Ausbau der Rheintalbahn ist eine milliardenschwere Herausforderung

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/milliardenschwere-herausforderung–153788489.html

Von jlb

Do, 21. Juni 2018

Freiburg

Beim Bau des dritten und vierten Gleises interessiert vor allem der Lärmschutz – doch auch die Baustelle selbst ist logistisch höchst anspruchsvoll.

FREIBURG. 21 Ordner füllen die Unterlagen, die den Planungsstand für das dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn im Bereich Freiburg darstellen. Seit Anfang Juni liegen die Pläne zur Einsicht aus – die Bürgerinitiative Igel hat sie durchforstet und den jetzt vorgeschlagenen Schallschutz mit dem verglichen, was 2016 Gegenstand eines politischen Kompromisses war. „Es gibt – mit einer Ausnahme – überall Abstriche“, sagte Gerlinde Schrempp, stellvertretende Igel-Vorsitzende und Stadträtin von Freiburg Lebenswert/ Für Freiburg (FL/FF) am Dienstag bei einer Infoveranstaltung der Bahn, wo es wegen des abgespeckten Lärmschutzes hoch her ging.

Die Bahn hat Lärmschutzwände ganz gestrichen, im Norden bei den Stadtteilen Hochdorf und Lehen und im Bereich der Gemeinde Umkirch, im Süden bei Tiengen – insgesamt geht es laut der Bürgerinitiative Igel um gut 1100 Meter weniger Schallschutzwände.

Andere Lärmschutzwände sind geschrumpft: Im Bereich des Stadtteils Landwasser beispielsweise um zwei Meter auf nun nur noch 3,50 Meter Höhe. Über diese „paar Meterchen“ werde sich der Schall „voll in die oberen Stockwerke der Hochhäuser ausbreiten“, empörte sich Dieter Dormeier vom Bürgerverein Landwasser. Die Bahn bestritt dies. Abstriche gibt es auch bei den Galerien, die die Anwohner durch ihre nach oben halbseitig geschlossene Bauweise besonders gut vor dem Lärm schützen sollen. Am Tiergehege Mundenhof ist die dort vorgesehene Galerie zwar nach wie vor vorhanden, aber sie ist nun kürzer und niedriger, der halbseitige „Deckel“ ist nur noch drei statt sechs Meter breit.

Der Schallschutz ist das, was die Bürger beim Ausbau der Rheintalbahn besonders interessiert. Aber auf die Stadt Freiburg und auf die südlich angrenzenden Umlandgemeinden werden neben den neuen Gleisen gigantische Bauarbeiten zukommen. Die Bahn muss 12 Eisenbahn- und 18 Straßenüberführungen neu errichten (die 13 wichtigsten sind in der Grafik dargestellt). Auch die Zu- und Abfahrten zur Autobahn A5 müssen umgestaltet werden. „Das sind logistische Herausforderungen“, sagte der verantwortliche Planer der Bahn, Bernd Dassler. Abgewichen ist die Bahn inzwischen von ihren ursprünglichen Plänen, die Dreisam bei Lehen tiefer zu legen. Durch eine etwas steilere Neigung der Bahntrasse sei dies nun doch nicht nötig, erklärte Dassler. Mit dem gleichen Trick ist auch eine Anhebung der Autobahnausfahrt Freiburg-Nord um drei Meter nicht mehr erforderlich.

„Eine ganz fisselige Geschichte“, so Dassler, werde der Bau des Tunnels bei Mengen: Dieser wird sich auf einer Länge von 2,2 Kilometern unterhalb der Tank- und Rastanlage Breisgau entlangschlängeln – die Raststätte soll während der Bauzeit anfahrbar bleiben. Gebaut werden auch Rettungsplätze, eine Grünbrücke für Wildtiere beim Arlesheimer See und zwei „Habitatschutzwände“. Bei Lehen wird zudem eine Weichenanlage entstehen.

Die Bahn rechnet für den Freiburger Streckenabschnitt mit einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren, ab 2024 soll es losgehen. Die Baukosten liegen bei rund einer Milliarde Euro. Der gesamte Ausbau der Rheintalbahn zwischen Basel und Karlsruhe schlägt mit 11,6 Milliarden Euro zu Buche.

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