17.03.2018 Lärmgeplagte Anwohner des Mittelrheintals müssen sich bis zum Abschluss der Bewertung von Alternativtrassen gedulden

Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/eltville/laermgeplagte-anwohner-des-mittelrheintals-muessen-sich-bis-zum-abschluss-der-bewertung-von-alternativtrassen-gedulden_18597252.htm

Eltville 17.03.2018

RHEINGAU – (bad). Eine Weile müssen sich die lärmgeplagten Anwohner im Mittelrheintal noch gedulden, dann gibt es Gewissheit. Bis zum dritten Quartal 2018 werden die potenziellen Projekte des Schienenverkehrs – dazu gehört auch die Alternativtrasse für den Güterverkehr im Mittelrheintal von Troisdorf bis Bischofsheim – bewertet. Bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit steigen die Projekte in den vordringlichen Bedarf auf, teilte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) der CDU-Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper mit.

Sie hatte den Regierungschef gebeten, die schwierige Verkehrslage auf der Bahnstrecke im Rheintal bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin zur Sprache zu bringen und Maßnahmen zur Bekämpfung des Bahnlärms im Koalitionsvertrag zu verankern. Das Mittelrheintal könne die mit der Öffnung des Gotthard-Tunnels künftig zu erwartende noch höhere Zahl von noch längeren Güterzügen nicht verkraften.

Ministerpräsident hält Alternativtrasse für dringlich

Bouffier habe ihr mitgeteilt, dass er ihre Einschätzung teile, dass eine Alternativtrasse dringend erforderlich sei, so Müller-Klepper. Bouffier habe aber auch gesagt, dass die Einstufung für den vordringlichen Bedarf ausschließlich vom Ergebnis der noch andauernden, recht aufwendigen und zeitintensiven Untersuchungen und Bewertungen abhänge.

Vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) habe sie erfahren, dass unter anderem umwelt- und bautechnische sowie eisenbahnbetriebliche und wirtschaftliche Untersuchungen laufen. In den nächsten Monaten sei ein Treffen der Expertengruppe geplant, die auf Initiative der Landesregierung zur fachlichen Begleitung des Bewertungsverfahrens eingesetzt worden sei.

Die Alternativstrecke wird auch eine Forderung der Teilnehmer der Bahnlärm-Mahnwache sein, die – das hat schon Tradition – vor jeder Sitzung des Projektbeirats „Leiseres Mittelrheintal“ stattfindet. Die Mitglieder des Beirats – Vertreter von Bürgerinitiativen, des Bundesverkehrsministeriums und der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie Vertreter der Bahn, darunter auch Bahnchef Richard Lutz und der Lärmbeauftragte der Bahn Andreas Gehlhaar – treffen sich wieder am Donnerstag, 12. April, um 14 Uhr, diesmal in der Burg Klopp in Bingen.

Bahnlärm-Mahnwache findet am 12. April in Bingen statt

Bereits um 13.30 Uhr versammeln sich die Demonstranten, um dem Beirat deutlich und lautstark zu zeigen, dass sie nicht nachgeben werden, menschenwürdige Verhältnisse für das Mittelrheintal und die Mosel zu fordern. Eine zentrale Forderung sei zudem, dass die technischen Maßnahmen zur Verringerung des Bahnlärms, die jetzt im Welterbe Mittelrheintal umgesetzt werden sollen, auch auf das untere Mittelrheintal und den Rheingau ausgedehnt werden, so Willi Pusch und Wolfgang Schneider von der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn. Außerdem fordern die Protestler unter anderem ein Nachtfahrverbot für laute Güterzüge, Tempolimits für Güterzüge mit Gefahrengut, die Umrüstung von Waggons und Loks auf leise Bremsen und den Verzicht des Einsatzes von Dieselloks auf elektrifizierten Strecken und Kapazitätssteigerungen auf der Güterzugstrecke.

Ein Thema, das auf Wunsch von Karl Ottes, Sprecher des Rheingaubundes gegen Bahnlärm, auch im Beirat zur Sprache kommen soll. Er hat um eine exakte Präsentation der entsprechenden Planzahlen gebeten, zumal auch immer wieder davon gesprochen werde, dass Züge wegen längerfristiger Baumaßnahmen anderswo durchs Rheintal umgeleitet werden sollten.

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