02.01.2018 Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal fordert Aufnahme von Bau einer Alternativtrasse in die Prioritätenliste des Bundes

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/bingen/vg-rhein-nahe/vg-rhein-nahe/zweckverband-welterbe-oberes-mittelrheintal-fordert-aufnahme-von-bau-einer-alternativtrasse-in-die-prioritaetenliste-des-bundes_18424028.htm

MITTELRHEIN – (wbl). Als 2016 Jahr der Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) beschlossen wurde, kam die Alternativtrasse für den Güterverkehr im Mittelrheintal lediglich in den „potenziellen Bedarf“. Diese Entscheidung stieß damals in der Region auf viel Unverständnis. Die große Hoffnung, dass eine dringend benötigte lärmentlastende Alternativtrasse in den vordringlichen Bedarf des Bundes aufgenommen würde, wurde enttäuscht. Was blieb, war die Hoffnung, dass sie noch nachträglich in den „vordringlichen Bedarf“ hochgestuft wird. Doch bis heute werde die Alternativtrasse für den Schienengüterverkehr im Mittelrheintal nicht als vordringlicher Bedarf anerkannt, hält der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal in einer Presseerklärung fest.

Weckruf für die Region

Allerdings berichte die Sächsische Zeitung, dass das Bundesverkehrsministerium eine solche Hochstufung vorgenommen hat: Zwischen Dresden und Prag soll mit „Deutschlands längstem Eisenbahntunnel“ das Elbtal entlastet werden. Das Projekt ähnele in vielen Aspekten der angestrebten Alternativtrasse für das Mittelrheintal. Für den Vorsteher des Zweckverbands Welterbe Oberes Mittelrheintal, Landrat Frank Puchtler, ist diese Entscheidung ein Weckruf für die Region: „Wir freuen uns, dass im Elbtal viele Menschen entlastet werden. Gleichzeitig fordern wir nun das gleiche Recht für die Menschen in unserem Mittelrheintal!“

Ein Vergleich der beiden Maßnahmen zeige, dass diese Forderung mehr als berechtigt sei: Auf der Strecke durch das Elbtal fahren 140 Güterzüge pro Tag – im Mittelrheintal seien es über 400. Beide Strecken würden als Nadelöhr im europäischen Schienennetz bezeichnet, allerdings könne das Mittelrheintal keinen zusätzlichen Verkehr mehr aufnehmen. Die Kapazitäten der Strecke seien nahezu erschöpft. Dies sorge für die bekannte Bahnlärmproblematik.

Während parallel zum Elbtal nun eine 123 Kilometer lange Alternativtrasse entstehe, müsse das Mittelrheintal sich weiter mit einem zunehmend unerträglichen Zustand abfinden. Deshalb fordert Puchtler das zuständige Bundesministerium erneut auf, die Situation auf der Rheinstrecke nicht weiter zu missachten: „Im letzten Jahr wurde in der Schweiz der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Der Schienengüterverkehr könnte nun schneller und in größerem Umfang auf einer der europäischen Hauptachsen zwischen den Häfen Rotterdam und Genua fließen – wäre da nicht das Nadelöhr Mittelrheintal, in dem sich alles staut und zugleich die Menschen unter dem Bahnlärm leiden. Seit Jahren kämpfen die Menschen entlang des Rheins gegen den Bahnlärm, da die Belastungsgrenzen vor Ort längst überschritten sind. Es wird Zeit zu handeln“, fordert Puchtler das Bundesverkehrsministerium dazu auf, die Alternativtrasse Mittelrhein in den vordringlichen Bedarf einzustufen.

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