10.12.2017 Ändert sich was am Lärmschutz?

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/suedwest-1/aendert-sich-was-am-laermschutz--146398828.html
Jens Kitzler

Von Jens Kitzler

So, 10. Dezember 2017

Südwest

Der Sonntag Neue Befürchtungen rund um die Rheintalbahn.

Noch nicht lange haben sie ihren Frieden mit der Rheintalbahn gefunden, die Anwohner im Abschnitt 8.1 zwischen Riegel und March-Holzhausen, schon kommen neue Befürchtungen auf. Könnte die Verkehrsprognose 2030 des Bundesverkehrsministeriums alle Bemühungen um den Schallschutz wieder über den Haufen werfen? Der Regionalverband Südlicher Oberrhein jedenfalls hält eine Stellungnahme für notwendig: „Wir fordern, dass es uneingeschränkt bei den Zusicherungen des Projektbeirats zum Schallschutz bleibt“, sagt Verbandsdirektor Dieter Karlin.

Hintergrund ist die Verkehrsprognose für 2030, die das zuständige Bundesministerium erstellt hat. Die geht nach Angaben des Regionalverbands davon aus, dass Güterzüge 2030 länger als heute und dafür weniger auf der Strecke sind. Im Raum steht eine Reduktion von 317 auf 264 Züge am Tag, das aber dafür auch an Wochenenden und Feiertagen. Aus der Gesamtrechnung ergäben sich demnach auch geringere Lärmbelastungen. Und nun könne es sein, so die Befürchtung, dass die Bahn sich dazu veranlasst sehe, die mühevoll mit dem Projektbeirat ausgehandelten Lärmschutzmaßnahmen aufgrund der neuen Parameter wieder neu zu berechnen. Da die Prognose von leiseren Zügen ausgehe, hieße das, man korrigiere den Lärmschutz entsprechend nach unten. „Das wäre eine Neudefinition des Begriffes Vollschutz“, sagt Dieter Karlin, „und das könnte heißen, dass da einige Bauwerke ganz entfallen.“ Sei beispielsweise eine Schallschutzwand vorgeschrieben, weil die entsprechende Belastung um ein Dezibel höher liege als die Grenzwerte, reiche eine kleine Korrektur, um die Schallbelastung unter die Notwendigkeitsgrenze fallen zu lassen.

Doch wenn die Bahn jetzt alle Berechnungen über den Haufen werfe, würde der mühsam errungene Kompromiss aufs Spiel gesetzt. „Wer politisch an den Vollschutz drangeht, riskiert 50 000 bis 70 000 neue Unterschriften im Planfeststellungsverfahren“, prognostiziert Verbandsvorsitzender Otto Neideck. Einwendungen also, die das Verfahren wieder ins Stocken bringen könnten. Dem Bürger seien neue Änderungen jetzt nicht mehr vermittelbar. Der Regionalverband erwartet darum von Bund und Land eine Zusage, dass die auf der Grundlage der bisherigen Verkehrsprognose ausgehandelten Lärmschutzmaßnahmen auch eingehalten würden.jki

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