8.12.2017 (Bundesnetzagentur) Tätigkeitsbericht für den Bereich Eisenbahnen für das Jahr 2016

Die Bundesnetzagentur hat ihren Tätigkeitsbericht für den Bereich
Eisenbahnen für das Jahr 2016 veröffentlicht:
Ein paar Zahlen + Fakten aus dem Bericht:
* Im Güterverkehr ist der Anteil der Eisenbahn am Modal Split seit
Jahren nahezu unverändert bei nur 18%, im Schienenpersonenverkehr
ging er etwas zurück und liegt nun bei ca. 8%.
* Die Kostendeckung im SPNV hat in den letzten Jahren zwar etwas
zugenommen, liegt aber nur bei 44%
* Die Verkehrsleistung im Schienengüterverkehr erhöhte sich vom Jahr
2014 auf das Jahr 2015 von 115 Mrd. auf 121 Mrd. Tonnenkilometer
(tkm). Dies entspricht einem Anstieg von über fünf Prozent und liegt
zum Teil daran, dass im Rahmen der Marktbeobachtung durch die
Bundesnetzagentur neue Unternehmen ihre Verkehrsleistung angegeben
haben
* im gesamten Eisenbahnsektor (waren 2015 rund 150.000 Personen (auf
Vollzeitstellen bezogen) beschäftigt, davon rund 28.000 Lokführer,
50.000 sonstige Beschäftigte bei den EVU sowie 69.000 Beschäftigte
bei den Schienennetzbetreibern (im wesentlichen DB Netz AG).
Zum Vergleich: Daimler und die Telekom haben allein in Deutschland
jeweils ca. 160.000 Beschäftigte
* die Wettbewerber der DB AG haben bereits einen Anteil von ca. 20%
am Gesamtumsatz des Eisenbahnverkehrsmarkts
* die Anzahl der Trassenkilometer erreichte für alle Schienenverkehre
zusammen im Jahr 2015 nach einem Rückgang wieder den Stand von 2011.
* die EVU zahlten im Jahr 2015 ca. 4,8 Mrd. EUR an Trassenentgelten.
Der Umsatzanteil, der von den EVU für Nutzungsentgelte aufgewendet
werden musste, blieb im Vergleich zu den Vorjahren mit 31 Prozent
weitgehend unverändert.
* Der Anteil der Infrastrukturnutzungsentgelte am Umsatz der EIU
fällt je nach Verkehrsdienst deutlich unterschiedlich aus. Der SPNV
trug 2015 mit etwa 67 Prozent zum Gesamtumsatz aus Trassenentgelten
bei, gefolgt vom SPFV mit knapp 18 Prozent und dem SGV mit etwas mehr
als 15 Prozent.
Anmerkung: 15% von 4,8 Mrd. EUR = ca. 0,7 Mrd. Der geplante „Rabatt“
von  350 Mio. EUR würde den Kostenanteil der Trassenentgelte beim SGV
von ca. 18% auf ca. 9% senken. Würde diese Kostenreduzierung
vollständig an die Kunden weitergegeben, könnten die gesamten
Transportkosten demzufolge allenfalls um rund 10% sinken.
* Der Anteil der Unternehmen mit einem positiven Betriebsergebnis im
SGV betrug im Berichtszeitraum 79 Prozent und erreichte nach einem
Rückgang im Vorjahr wieder das Niveau aus dem Geschäftsjahr 2013. Der
Anteil der Unternehmen im SPNV, die ein positives Betriebsergebnis
erzielt haben, ist erneut gesunken und liegt nach 57 Prozent im
Geschäftsjahr 2014 bei nur mehr 54 Prozent im Geschäftsjahr 2015.
* Werden ausschließlich die nicht-bundeseigenen EVU berücksichtigt,
weisen diese für das Jahr 2015 im SGV gemittelt ein positives
Betriebsergebnis in Höhe von 0,51 Euro je Zugkilometer aus und liegen
damit deutlich über dem Marktdurchschnitt. Die nicht-bundeseigenen
EVU bieten im Regelfall jedoch keine Einzelwagenverkehre an, deren
Wirtschaftlichkeit durch den hohen Bedarf an Infrastrukturnutzung und
die intermodale Konkurrenzsituation besonders erschwert wird.
Fazit: Die Halbierung der Trassenpreise wird daher vor allem die
Gewinnsituation der privaten EVU verbessern.
* Im Schienengüterverkehr stieg der durchschnittliche Erlös je
Tonnenkilometer im Zeitraum von 2011 bis 2015 um knapp drei Prozent.
Gemessen an der allgemeinen Teuerungsrate im Vergleichszeitraum in
Höhe von fünf Prozent ist der Schienengüterverkehr damit für seine
Nutzer inflationsbereinigt günstiger geworden. Maßgeblichen Anteil an
dieser Entwicklung hat die in den vergangenen Jahren gesteigerte
mittlere Frachtlast je Zug.
* Im Jahr 2016 gab es im Wesentlichen drei Überlastungsthemen: die
Fortführung der Überlastungsverfahren bei der Schienenanbindung der
Insel Sylt und bei der Riedbahn Frankfurt – Mannheim, die Diskussion
der Auswirkungen des neuen Eisenbahnregulierungsgesetzes (ERegG) auf
das Überlastungsverfahren und zum Jahresende die neue
Überlastungserklärung für die linksrheinische Strecke Köln – Bonn –
Koblenz.
Ende des Jahres wurde eine der wichtigsten Schienenstrecken in
Deutschland, die linksrheinische Strecke Hürth-Kalscheuren (südlich
von Köln) – Bonn – Remagen als überlastet erklärt. Die Detektion der
DB Netz AG hatte insbesondere diesen Streckenabschnitt als
problematisch erkannt, weil zusätzliche Fernverkehre zu
Haltausfällen für den Nahverkehr zu führen drohen, vor allem aber
auch die Betriebsqualität nur mangelhaft ist. Verspätungen können
kaum abgebaut werden, und besonders problematisch ist es, wenn – wie
dann ab dem Jahresanfang 2017 bereits der Fall – in erheblichem
Umfang Güterverkehre von der rechtsrheinisch parallelen Strecke wegen
den dortigen Bauarbeiten auf die linksrheinische Strecke verlagert
werden müssen.
übermittelt durch
Dr. Ludwig Steininger
2. Vorsitzender der
BVS – Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.
Greifswalder Str. 4
10405 Berlin
Vereinsregister AG Hannover VR-7012 vom 27.01.2011
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