16.11.2017 Das Fundament der Bahn

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/friesenheim/das-fundament-der-bahn--145112621.html

Die Deutsche Bahn untersucht das Erdreich am Schutterner Badesee als Teil der Rheintalbahn.

  1. Projektleiter Sven Adam Foto: Christoph Breithaupt

  2. Arbeiter nehmen Bodenproben in der Nähe des Schutterner Badesees. Foto: Christoph Breithaupt

  3. Projektleiter Sven Adam Foto: Christoph Breithaupt

  4. Arbeiter nehmen Bodenproben in der Nähe des Schutterner Badesees. Foto: Christoph Breithaupt

FRIESENHEIM-SCHUTTERN. Die Deutsche Bahn hat am 6. November mit den Probebohrungen zwischen Hohberg und Kenzingen begonnen. Am Dienstag arbeitete ein kleines Team am Schutterner Badesee, um Erdproben aus bis zu 15 Metern Tiefe zu entnehmen. Die Daten sollen die Grundlage für den Ausbau der Rheintalbahn auf bis zu 250 Stundenkilometer liefern. Bis März 2018 sollen die Bohrungen in dem Streckenabschnitt abgeschlossen sein.

Der Nebel hat sich am Mittwochmorgen über die Felder am Schutterner Badesee gelegt. Von Weitem ist der Lkw kaum zu erkennen. Und das, obwohl die Kran ähnliche Konstruktion rund zehn Meter in die Höhe ragt. Hinter der Autobahn, rund 50 Meter weit weg, endet die Sicht auch schon. Seit den Morgenstunden sind die zwei Arbeiter damit beschäftigt, den Bohrkopf Meter um Meter in die Erde zu rammen. Am Dienstagnachmittag haben sie damit angefangen. Sie sind bei Meter zehn angekommen. Ihre neongelben Arbeitsjacken sind mit Schlamm bespritzt.

In drei Arbeitsschritten schlägt sich beim sogenannten Trockenrammverfahren der Bohrer ins Erdreich vor. Ein Bohrkopf wird nach unten geschlagen, der Schacht stabilisiert und anschließend ein schlankes PVC-Rohr im Inneren mit den Erdschichten gefüllt. Rund eineinhalb Tage dauere es, dann ist die erforderliche Tiefe von 15 Metern erreicht, erklärt Detlef Knauer, zuständiger Ingenieur von der Firma Baugrund Dresden.

Nicht alle der 143 Bohrpunkte auf dem Streckenabschnitt 7.2 bis 7.4 zwischen Hohberg und Kenzingen werden so tief sein. Auf jeden Fall aber die 32, die zu Grundwassermessstellen ausgebaut werden. Die Bohrungen sind Teil der geplanten neuen Bahntrasse der Rheintalbahn. Die Strecke soll parallel der Autobahn 5 ausgebaut werden. Züge sollen hier die Spitzengeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde erreichen. So hat es der Bundestag im Januar 2016 beschlossen und so ist es im Bundesverkehrswegeplan zu finden. Daneben soll es zusätzliche Überholgleise geben. Dafür ermittelt die Bahn aktuell die Bodenbeschaffenheit auf dem 30 Kilometer langen Streckenabschnitt. „Die Ergebnisse aus den Bohrungen liefern wichtige Erkenntnisse über die zu erwartende Geologie und Hydrologie“, erklärt die Bahn.

Geplant ist, die neue Bahntrasse 18,5 Meter entfernt von der Autobahn parallel verlaufen zu lassen. Der Abstand gelte vom äußeren Fahrbahnrand zur Mitte des ersten Gleises, erläuterte Sven Adam, der Projektleiter für den Streckenabschnitt Sieben bei der Deutschen Bahn. So bleibe genügend Platz für einen sechsspurigen Ausbau der Autobahn und der technischen Anlagen entlang der Strecke. Die Bohrungen seien zunächst Teil eines zweistufigen Planungsverfahrens. Erst werden alle 200 bis 400 Meter Bodenproben genommen. In einem zweiten Schritt werde mit einem engeren Raster detaillierter vorgegangen. Vor allem für spätere Bauwerke wie Brücken sei eine genaue Analyse wichtig. Gleichzeitig werde auf Proben aus dem ehemaligen Bohrprogramm zurückgegriffen.

Ab Mitte Dezember gehen die Bohrungen zwischen Lahr und Mahlberg weiter. Der letzte Abschnitt zwischen Ettenheim und Kenzingen soll bis Anfang März 2018 abgeschlossen sein. Adam bedankte sich am Mittwoch bei Grundstückseigentümern, deren Grundstücken teilweise Probebohrungen eingeplant werden mussten.

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