10.11.2017 Freiburger Rathaus und Bürgerinitiative Igel fürchten Abstriche bei Lärmschutz

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/freiburger-rathaus-und-buergerinitiative-igel-fuerchten-abstriche-bei-laermschutz–144794146.html

Bürgerinitiative besteht auf Vereinbarung zur Rheintalbahn.

  1. Die Region probte vor zehn Jahren den Aufstand auch in Freiburg. Foto: Kunz

Die Bürgerinitiative Igel hat Bedenken, dass die Bahn beim Ausbau der Rheintalbahn den vereinbarten Lärmschutz reduziert – und die Stadtverwaltung auch. Im Dezember soll ein Gespräch zwischen Vertretern von Rathaus und Bahn stattfinden. Bislang ist unklar, wie die Pläne der Bahn für das 3. und 4. Gleis im Freiburger Abschnitt genau aussehen. Aber in Behörden herrscht bereits Unruhe.

„Die Vorlage der neuen Pläne steht bevor, und es sickert etwas durch“, sagt Gerlinde Schrempp vom Vorstand der Interessengemeinschaft gegen Lärm und Umweltbelastung (Igel). „Die Bahn versucht alles, um die zugesagten Galerien nicht zu bauen.“ Diese höheren, besseren, aber auch teureren Lärmschutzwände seien ein wichtiger Teil des Kompromisses im Projektbeirat gewesen. Der Beirat von Bund, Land, Kommunen und BIs hat sich 2012 auf zusätzlichen Lärmschutz geeinigt, allein im Freiburger Abschnitt in Höhe von 84 Millionen Euro. Der Kompromiss verhinderte damals eine drohende Blockade des Projekts durch 172 000 Einwendungen in der ganzen Region.

Wie der Lärmschutz konkret aussehen soll, wie hoch, wie lang, wie dick, war für Freiburg schließlich vergangenes Jahr vereinbart worden. Ende des Jahres war dann bei einer Sitzung in einem Nebensatz von wohl niedrigeren Zugzahlen die Rede. Seither gab es dazu nichts Konkretes. Die Zahl der prognostizierten Züge ist ein wesentlicher Faktor dafür, wie viel Lärmschutz nötig ist; das beträfe nicht nur Freiburg.

Gerlinde Schrempp meint, dass die Züge dafür länger werden sollen. Ihre Bedenken trug die Stadträtin neulich im Gemeinderat vor und der Baubürgermeister pflichtete ihr bei: „Wir teilen die Sorge“, sagte Martin Haag. Es gebe einen Schulterschluss mit dem Regierungspräsidium.

„Nichts Genaues weiß man nicht“, sagt Robert Staible vom zuständigen Amt für Projektentwicklung der Stadt. Um das zu klären, drängte die Stadtverwaltung vor einiger Zeit auf einen Termin mit der Bahn, der auf Dezember terminiert ist.

Die Stadtverwaltung erwartet grundsätzlich, dass die Vereinbarung vom vergangenen Jahr auch in die Planung geht. „Wir würden der Bahn dringend empfehlen, davon nicht abzurücken“, sagt Staible: „Das möchten wir gebaut sehen.“

Die Behörden bereiten sich auf das anstehende Verfahren zur Planfeststellung vor. Die Stadtverwaltung hat angekündigt, dass die Arbeitsgruppe für die Einwendungen der Stadt gegen die Bahnpläne, die aus acht Ämtern gebildet wurde, schon vor Beginn der knappen Frist mit der DB Netz verhandeln will. Dabei geht es Staible zufolge auch um viele andere Fragen wie Hochwasserschutz und Baustelleneinrichtung.

Aktivitäten gibt es offenbar auch auf regionaler Ebene. Und auch CDU-Bundestagsabgeordnete der Region haben sich zu Wort gemeldet. Es mehrten sich die Anzeichen, dass Abstimmungsprobleme zwischen Bahn und regionaler Ebene wieder gravierend zunehmen, teilten Matern von Marschall, Peter Weiß und und Armin Schuster mit. „Alte Konfliktlinien drohen wieder zu verhärten.“ Die Drei plädieren für einen Nachfolger des Projektbeirates.

In Freiburg kündigt Gerlinde Schrempp derweil an: Wenn die Galerien nicht kommen, will Igel wieder für zigtausende Einwendungen sorgen. „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

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