26.10.2017 Von November an wird gebohrt

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/lahr/von-november-an-wird-gebohrt--144002459.html
Die Bahn hat in Lahr die vorbereitenden Arbeiten für den viergleisigen Ausbau der Rheintalstrecke vorgestellt.
  1. Vor dem Ausbau der Rheintalbahn wird erst einmal gebohrt. Foto: dpa

LAHR. Zum Auftakt der Erkundungsbohrungen für den viergleisigen Ausbau der Rheintalstrecke zwischen Hohberg und Kenzingen, die am 6. November beginnen sollen, hat die Deutsche Bahn die Öffentlichkeit in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums über den aktuellen Planungsstand, den geplanten Ablauf des Bohrprogramms, die genauen Standorte der Bohrungen und Grundwassermessstellen informiert.

Zu den Bohrungen hatten die Besuchern viele Fragen. Wer ist betroffen? Wo wird gebohrt? Wie tief und wie lange ist mit Unannehmlichkeiten zu rechnen? Viele Fragen, zu denen die Bahn die Antworten lieferte. Untersucht werden auf rund 30 Kilometer Länge die Baugrundverhältnisse für die Realisierung der Neubaustrecke entlang der Autobahn. Insgesamt werden 143 Bohrungen vorgenommen , 32 davon werden zu Grundwassermessstellen ausgebaut. Dazu kommen weitere Untersuchungen zu den bodenmechanischen Eigenschaften des Baugrunds, so André Koletzko. Die Ergebnisse aus den Bohrungen sollen wichtige Erkenntnisse über Geologie und Hydrologie bei der Planung und Realisierung der Trasse und ihrer Bauwerke liefern.

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Die Bohrungen beginnen im November zwischen Hohberg und Friesenheim, gehen dann von Mitte Dezember bis Mitte Februar zwischen Lahr und Mahlberg weiter und enden schließlich von Mitte Februar bis Anfang März zwischen Ettenheim und Kenzingen. Zwischen Weihnachten und der Neujahrswoche werden die Bohrungen ausgesetzt. Bürger vermissten bei der Informationsveranstaltung eine Karte, auf der zu sehen gewesen gewesen wäre, an welchen Punkten denn genau gebohrt wird.

Die Bahnexperten versprachen, dass bei den Bohrungen größte Sorgfalt an den Tag gelegt wird. „Haben Sie Verständnis, wenn für die Arbeiten Grundstücke betreten und genutzt werden“, so Projektleiter Adam. Darüber seien die Eigentümer der betroffenen Grundstücke bereits informiert worden. In der Regel seien die einzelnen Bohrungen und Sondierungen, die zwischen zehn und 15 Meter tief gehen, im Laufe eines Tages abgeschlossen. Belästigungen durch Lärm und Vibrationen im Untergrund ließen sich nicht vollständig vermeiden, versuchten die Vertreter der Bahn zu beruhigen. „Wir verlassen die Grundstücke wieder so, wie wir sie angetroffen haben“, bestätigte Wolfgang Fechner von der ausführenden Arbeitsgemeinschaft aus Teningen-Nimburg.

Er habe weitaus mehr Besucher zu der Informationsveranstaltung erwartet, hatte Bürgermeister Tilman Petters zu Beginn bei der Begrüßung gesagt. Als positiv bewertete er es, dass es frühe Informationen der Bahn gebe, vor allem über die Planungsphase im Bereich zwischen Hohberg und Kenzingen. In diesem Abschnitt gehe es auch darum, so die Darlegungen der Bahn-Experten, den Ausbau der Rheintalbahn auf 250 Kilometer pro Stunde inklusive zusätzlicher Überholgleise und eine neue Trassenführung parallel zur Autobahn A 5 zu planen. Die Bahn verfolge dabei drei Ziele, erläuterte Pressesprecher Michael Breßmer: die Erhöhung der Streckenkapazität, die Entmischung der Verkehre (schnelle und langsame Züge sollen getrennt werden) sowie eine qualitative Verbesserung für die Reisenden, indem Reisezeiten verkürzt werden.

Fragen und Bedenken

Weitere Fragen und Bedenken der Zuhörer drehten sich um den geplanten Betriebsbahnhof in der Nähe des Lahrer Flugplatzes und um die geplante Höchstgeschwindigkeit von 250 Stundenkilometern auf der Rheintalstrecke. Weitere Fragen gingen zeitlich schon weit in die Zukunft: Wie die Landwirte in der Bauphase ihre Äcker bewirtschaften und Brücken überqueren sollen? Wie weit die neue Trasse von der Autobahn entfernt ist und vieles mehr.

Etliche Zuhörer waren der Meinung, dass die Bahn für ihr Projekt zu viel Platz verschwende und dass die Umsetzung des Projekts, dessen Planung erst richtig anläuft, vermutlich noch zwei Jahrzehnte dauern werde.

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