30.8.2017 (Wiesbaden) Demo für mehr Ruhe am Rhein

Quelle: http://www.fr.de/rhein-main/wiesbaden-demo-fuer-mehr-ruhe-am-rhein-a-1341194

Bahnlärmgegner im Mittelrheintal rufen für Dienstag, 12. September, zur Demonstration gegen Bahnlärm auf. Sie hoffen auf eine Alternativstrecke für Güterzüge.

Bis nach Neuwied ist es ein gutes Stück Wegs. Dennoch ruft Christian Rüßler auch Bewohner der drei Vororte Amöneburg, Kostheim und Kastel (AKK) zur Teilnahme an der dortigen Demonstration gegen Bahnlärm auf. Denn AKK und das schöne Mittelrheintal haben eine Gemeinsamkeit: Durch ihre Orte führt die Bahnstrecke Genua – Rotterdam, und das macht reichlich Krach. Rüßler ist Vorsitzender der Bürgerinitiative „Schutz vor Bahnlärm in AKK“ und sammelt akribisch Lärmdaten. „AKK mit seinen 29 183 Bewohnern ist die lauteste Ecke Wiesbadens“, sagt er. Über 400 Züge pro Tag bretterten auf der Haupt- und Nebenstrecke entlang, viele so laut wie „ein startendes Flugzeug“, mit Spitzenwerten von bis zu 90 Dezibel, Tag und Nacht. Für Rüßler mit denselben Folgen wie stromabwärts: Gesundheitsschäden, Wertverlust der Häuser, Beschädigung durch Erschütterungen.

Die Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn fordert daher, dass der Güterzugverkehr nicht weiter zunehmen darf und die Züge Ortschaften mit gedrosseltem Tempo durchfahren. Zudem setzt sie sich für den Bau einer Güterzugstrecke auf einer noch zu bestimmenden Ausweichtrasse „Korridor Mittelrhein“ von Troisdorf bis Mainz-Bischofsheim ein, da es im engen Mittelrheintal keinen Platz dafür gebe. „Wir sind stolz, als BI Gesetze auf den Weg gebracht zu haben“, sagt Willi Pusch von der BI Mittelrheintal. Dass alle Güterzüge bis 2020 auf Flüsterbremsen umrüsten müssen und erstmals im Mai 2017 ein Gesetz zum Verbot lauter Güterwagen von Bundestag und Bundesrat verabschiedet wurde, sei dem Engagement der Bürgerinitiativen zu verdanken, sagt er.

Aber dies seien allenfalls kurzfristige Verbesserungen. Sie reichten bei weitem nicht aus, die Menschen vor Lärm und gesundheitlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen zu schützen. Die Alternativstrecke „Korridor Mittelrhein“, die einige Tunnel enthält, wurde inzwischen in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen. Nun hofft Pusch, dass sie bald als vordringlicher Bedarf eingestuft wird. Dann könnte sie schneller gebaut werden. Ihm zufolge könnte das acht bis neun Milliarden teure Projekt in zehn bis zwölf Jahren fertig sein. „Wenn Deutschland es nicht schafft, die Infrastruktur auszubauen, verlagert die Wirtschaft ihre Standorte“.

Einen Vorgeschmack auf die Ruhe am Rhein erlebten die Anrainer gerade: Da die Rheintalbahn bei Rastatt wegen eines Baustellenunfalls gerade gesperrt sei, führen auch im Mittelrheintal weniger Güterzüge.

Dieser Beitrag wurde unter Presse-Blog Rheintalbahn veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu 30.8.2017 (Wiesbaden) Demo für mehr Ruhe am Rhein

  1. Michael Stelter schreibt:

    Unser Grundgesetz sichert uns unsere Gesundheit und den Erhalt unserer Wohnung/Haus zu. Wenn unseren Politikern das augenscheinlich nicht interessiert, müssen wir mobil machen und
    unsere Politiker zur Einhaltung unseres Grundgesetzes zwingen.
    Michael Stelter Freiburg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s