3.9.2017 Rheintalbahn: Zweite Betonplatte soll Weströhre sichern

Unter der Erde in Rastatt gehen die Arbeiten weiter: Wie die Deutsche Bahn (DB) mitteilte, gräbt sich die Tunnelvortriebsmaschine „Sibylla Augusta“ in der unbeschädigten Weströhre wieder voran.

„Der Weiterbau ist ein klares Signal: Wir stehen hinter diesem Projekt“, erklärte Dirk Rompf, Vorstand für Großprojekte bei der Bahn-Tochter DB Netz. Der Ausbau der Rheintalbahn sorge „für eine deutlich höhere Schienenkapazität auf einem der wichtigsten europäischen Korridore“.

Nach Angaben des Konzerns befindet sich „Sibylla Augusta“ aktuell rund 800 Meter von der Rheintalstrecke entfernt und wird diese in zwei bis drei Monaten erreichen.

Bahn baut zweite Betonplatte

Um zu verhindern, dass die Tunnelbohrmaschine das gleiche Schicksal ereilt wie „Wilhelmine“, baut die Bahn auch im Untergrund zwischen der künftigen Weströhre und den Gleisen der Rheintalbahn eine Betonplatte ein. „Die vorbereitenden Arbeiten dazu sind angelaufen“, hieß es in der DB-Mitteilung.

Die Betonplatte habe ähnliche Ausmaße wie die, die über dem havarierten Tunnelabschnitt rund 150 Meter südlich gegossen wird, und ihr Bau erfolge parallel, sodass der Konzern die Strecke wie geplant am 7. Oktober wieder in Betrieb nehmen möchte. Wie es in der beschädigten Oströhre weitergeht und was die Havarie verursacht hat, ist nach Angaben der Bahn immer noch unklar.

Diese Grafik der Deutschen Bahn zeigt auch die Lage der zweiten Betonplatte.
Diese Grafik der Deutschen Bahn zeigt auch die Lage der zweiten Betonplatte. | Foto: Deutsche Bahn AG

Verbände fordern Strecken-Elektrifizierung

Der Fahrgastverband Pro Bahn, Abteilung Mittlerer Oberrhein, forderte gemeinsam mit dem Karlsruher Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) eine politische Konsequenz der Sperrung: Sie schlugen vor, die Strecke Wörth – Strasbourg zeitnah zu elektrifizieren.

Diese Maßnahme sei einfach und verhältnismäßig schnell umzusetzen. Die Verantwortlichen in Deutschland und Frankreich sollten eine Machbarkeitsstudie finanzieren, damit „dieses europäische Eisenbahnprojekt politisch und finanziell zeitnah auf den Weg gebracht werden kann“, hieß es in einer Mitteilung.

Rheintalbahn seit dem 12. August unterbrochen

Die Rheintalbahn, wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Rotterdam und Genua, ist unterbrochen, seit am 12. August in Rastatt-Niederbühl die Gleise über der Oströhre abgesackt sind. Die Sperrung wirkt sich auch auf den Güterverkehr aus.

Um die Stelle zu stabilisieren, hat die Bahn etwa 12.000 Kubikmeter Beton in die Oströhre gefüllt. Die Tunnelbohrmaschine „Wilhelmine“ wurde aufgegeben. Derzeit baut die Bahn an dieser Stelle eine rund 100 Meter lange Betonplatte ein. Zwischen Rastatt und Baden-Baden gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Alle Artikel zur Sperrung der Rheintalbahn bei Rastatt auf BNN.de finden Sie hier.

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