28.8.2017 (Katzenbergtunnel) Drängen auf Bürgerinformation

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/efringen-kirchen/draengen-auf-buergerinformation–141102383.html

Gefahrgutzüge im Bahnhof Efringen-Kirchen: Ortstermin der Grünen zeigt, wie sehr sich Anwohner um die Sicherheit sorgen.

  1. Josha Frey und Gerhard Zickenheiner (vorne, Erster und Dritter von links) informierten sich vor Ort. Foto: Frey

EFRINGEN-KIRCHEN. Mit Gefahrgut gefüllte Kesselwagen, die tagelang direkt vor Wohnhäusern abgestellt werden, lärmintensive Arbeiten in der Nacht sogar an Abstellgleisen, Güterzüge, die nicht wie versprochen durch den Katzenbergtunnel, sondern nach wie vor über die alten Gleise fahren – in der Reblandgemeinde sorgt die Bahn derzeit für jede Menge Gesprächsstoff und Verärgerung – auch wenn derzeit nach der Tunnelbohrhavarie bei Rastatt erstmal relative Ruhe herrscht.

Das zeigte sich auch beim Ortstermin, zu dem der Grüne Landtagsabgeordnete Josha Frey und Bundestagskandidat Gerhard Zickenheiner am Freitag eingeladen hatten.

Der Katzenbergtunnel habe eine Entlastung gebracht, aber dennoch würden noch zu viele Güterzüge über die alte Strecke rollen, bemängelte Frey. Die Grünen würden an der Forderung festhalten, dass im Normalbetrieb möglichst alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel geschickt werden, versicherte er.

Was für ihn nun „dem Fass den Boden ausgeschlagen hat“, seien die erst unlängst bis zu sechs Tage lang im Bahnhofsbereich direkt im Wohngebiet geparkten Gefahrgutzüge gewesen, sagte Frey. Dies sei seiner Meinung nach mit geltenden Vorschriften in keiner Weise vereinbar, weshalb er Bundesverkehrsminister Dobrindt aufgefordert habe, sich um das Thema Gefahrgut auf Schienen zu kümmern. Denn zuständig für die Infrastruktur der Bahn sei der Bund.

Anwohner Stefan Hoffmann wies darauf hin, das es belastbare Zählungen durch Anwohner gebe, wonach bis März diesen Jahres 70 Prozent aller Güterzüge nicht durch den Katzenbergtunnel gerollt seien. Da dränge sich der Verdacht auf, dass das teure Tunnelbauwerk geschont werden solle. Bezüglich der Gefahrgutzüge wusste er zu berichten, dass diese von Privatunternehmen geparkt worden seien, die es dann in einem Fall Tage lang nicht geschafft hätten, eine Lok nach Efringen-Kirchen zu schicken. Der Bahn seien nach eigenen Angaben die Hände gebunden, sie dürfe Fremdzüge nicht mit eigenen Loks in andere Bereiche ziehen.

Das Gleisnetz gehöre der Bahn, da müsse sie auch „Herr im eigenen Haus sein“, fand Gerhard Zickenheiner. Er forderte, dass „Strecken-Vorhaltepläne“ kommuniziert werden, auf denen Ausweich- und Abstellflächen eingezeichnet seien.

Jedes zweite Wochenende kündige die Bahn im Wohnbereich neue Gleisarbeiten an, berichteten lärmgeplagte Anwohner. Sie waren der Meinung, dass einige der Nachtarbeiten, etwa die an Abstellgleisen, problemlos auch tagsüber möglich wären.

Jetzt müssten alle politischen Gremien – von kommunaler bis Bundesebene – Druck machen, damit Anfragen von Bürgern nicht mehr abgewiegelt und Verantwortlichkeiten geklärt werden, forderte Frey. Er begrüßte es deshalb, dass sich auch Bürgermeister Schmid, der sich für den Ortstermin entschuldigen ließ, eingeschaltet und der Gemeinderat eine entsprechende Resolution verabschiedet hat. Es müsse klar sein, wohin man sich mit Beschwerden wenden könne. Auch dürfe die Bahn natürlich keine rechtliche Sonderrolle einnehmen, betonte er. In der Privatisierung der Bahn, die, wie Zickenheiner es formulierte, „fit gemacht wurde für die Börse, aber nicht für die Bürger“, erkannte man eine Ursache des Dilemmas. Es gebe seither leider keine direkten Verantwortlichen vor Ort mehr, bedauerte etwa Rudolf Grimberg, der als früherer Leiter des Weiler Rangierbahnhofes ein solcher Ansprechpartner für die Bürger gewesen ist.

Um auf Augenhöhe diskutieren zu können, sei die vom Konzernbevollmächtigten für Baden-Württemberg, Sven Hantel, seit langem angekündigte Bürgerinformation der Bahn vor Ort so wichtig, betonte Frey. Darauf müsse man nun drängen. „Wir müssen endlich mit der Bahn ins direkte Gespräch kommen“, forderte auch Marlies Billich von den örtlichen Grünen.

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Eine Antwort zu 28.8.2017 (Katzenbergtunnel) Drängen auf Bürgerinformation

  1. Michael Stelter schreibt:

    Die Bahn hatte mal versprochen, fast alle Güterzüger durch den Tunnel zu schicken!!!
    Hat sich bei der Bahn bzgl. Zusagen und Vorgehensweisen etwas geändert???
    Nein!!!
    Michael Stelter Freiburg

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