28.8.2017 Güterbahnen üben den Schulterschluss

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kreis-loerrach/gueterbahnen-ueben-den-schulterschluss--141101819.html

SPD: Pofalla im Landtag hören.

  1. SBB Cargo ist stark betroffen von der Sperrung bei Rastatt. Foto: SBB

BASEL (BZ). Die Bahnen in Deutschland, die Schweiz, Österreich und Frankreich üben den Schulterschluss, um die Engpässe im Güterverkehr nach der Unterbrechung der Rheintalbahn bei Rastatt zu minimieren. Das ließen Deutsche Bahn und SBB am Freitag in separaten Mitteilungen wissen.

Die Sperrung der Rheintalbahn trifft die Güterbahnen hart. Im alpenquerenden Güterverkehr zwischen Italien und Nordeuropa durch die Schweiz habe die Schiene einen Marktanteil von 70 Prozent, teilt die SBB mit. „Im September werden die Umsatzeinbußen auf 15 bis 20 Millionen Euro pro Woche steigen“, bezifferte der Geschäftsführer des Verbands Netzwerk Europäischer Eisenbahnen Peter Westenberger gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dieser Tage die finanziellen Seiten der Malaise für die Bahnen denn auch. Bis Oktober summierten sich die Ausfälle mit dem Zusatzaufwand für Umleitungen auf einen dreistelligen Millionenbetrag, so Westenberger weiter. Besonders stark betroffen sei dabei die SBB Cargo, die Güterbahn der SBB.

Laut der Mitteilung der SBB war es denn auch deren Chef Andreas Meyer, der die konzertierte Aktion angestoßen hat. In deren Folge haben die Chefs der deutschen, schweizerischen, österreichischen und französischen Bahnen eine enge Kooperation vereinbart. So stellen die vier Unternehmen (DB, SBB, ÖBB und SNCF) zusätzliche Lokführer und Loks für die Korridore über Frankreich und Österreich bereit. Ein großer Teil der Züge könne über alternative Strecken umgeleitet werden, lässt die SBB denn auch wissen. Zudem sei eine Straßenüberbrückung zwischen den nordbadischen Bahn- und Verkehrsknoten Mannheim und Karlsruhe auf der einen und Basel auf der anderen Seite geschaffen worden und auch eine Schifffahrtsüberbrückung nach Basel.

Rainer Stickelberger, Landtagsabgeordneter der SPD im Wahlkreis Lörrach, kündigte am Freitag an, dass die SPD die Havarie schnellstmöglich auch im Landtag thematisieren wolle. Da seien der Infrastrukturchef der Bahn, der frühere CDU-Politiker und Ex-Chef des Bundeskanzleramtes Ronald Pofalla und Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) in der Pflicht, alle Fakten auf den Tisch zu legen, so Stickelberger. Die SPD-Fraktion will daher, dass beide bereits in der Sitzung des Verkehrsausschusses am 27. September Rede und Antwort stünden. Zudem müsse die Landesregierung für Klarheit sorgen, wer welche Zusatzkosten und Entschädigungen bezahle. Stickelberger begrüßt auch, dass betroffene Kunden von der DB eine Entschädigung erhalten sollen. „Die Bahn ist hier klar in der Verantwortung“, so der Abgeordnete.

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Eine Antwort zu 28.8.2017 Güterbahnen üben den Schulterschluss

  1. Michael Stelter schreibt:

    Diese Vorgehensweisen kennen wir seit Jahrzehnten.
    Mit ein Grund, warum wir in Deutschland inzwischen mit unserer Verkehrsinfrastruktur an der Wand stehen.
    Daran sind alle Parteien beteiligt.
    Volkswirtschaftlich ein Chaos.
    Aber es interessiert ja nur wie ist es heute am billigsten.
    Michael Stelter Freiburg

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