23.08.2017 Lärmschutz Das untere Mittelrheintal kommt bei Schutzmaßnahmen zu kurz

Quelle: http://www.rundschau-online.de/region/bonn/badhonnef/laermschutz-das-untere-mittelrheintal-kommt-bei-schutzmassnahmen-zu-kurz-28215526
Machten sich in Bad Honnef ein Bild vom Bahnlärm: Claudia Lücking-Michel, Dr. Norbert Röttgen, Erwin Rüddel, Mechthild Heil, Bürgermeister Otto Neuhoff und Erich Schneider (vorn, v. r.). (Foto: Kehrein)

Machten sich in Bad Honnef ein Bild vom Bahnlärm: Claudia Lücking-Michel, Dr. Norbert Röttgen, Erwin Rüddel, Mechthild Heil, Bürgermeister Otto Neuhoff und Erich Schneider (vorn, v. r.). (Foto: Kehrein)

Bad Honnef –

Mit rund 100 Stundenkilometern rauschen sie Tag und Nacht über die Schienen des Mittelrheintals – und das mit einer Lautstärke von bis zu 100 Dezibel. Anwohner der Region zwischen Bingen und Bonn können ein Lied singen von der Dauerbeschallung durch Güterzüge. Die hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil, Claudia Lücking-Michel, Dr. Norbert Röttgen, Elisabeth Winkelmeier-Becker und Erwin Rüddel wollen dem Bahnlärm auf der Strecke zwischen Koblenz und Bonn mit der Einrichtung eines Beirates „Leiseres unteres Mittelrheintal“ die Stirn bieten.

Während Politiker, Ministerien, Bahn und Bürgerinitiativen schon seit 2012 im Beirat „Leiseres Mittelrheintal“ gegen den Bahnlärm in der Weltkulturerbe-Region zwischen Bingen und Koblenz kämpfen, sei der restliche Mittelrhein lärmschutztechnisch bislang auf der Strecke geblieben, so Rüddel. Eine Machbarkeitsstudie des bestehenden Beirates ergab: Bis 2020 sollen 80 Maßnahmen den Lärm auf Europas meistbefahrener Güterzugstrecke durchs Mittelrheintal mindern.

68 Millionen Euro

68 Millionen Euro stellen Bund und Länder etwa für den Bau von Schallschutzwänden, Schienenstegabschirmungen und die Sanierung von Wohnungen in der Weltkulturerbe-Region ab. Das untere Mittelrheintal komme bei den Maßnahmen jedoch zu kurz, findet auch Röttgen und fordert eine Machbarkeitsuntersuchung für den Streckenabschnitt zwischen Koblenz und Bonn.

Denn der Güterverkehr nimmt zu: „Immer mehr Güter gehen von der Straße auf die Schiene“, sagt der CDU-Abgeordnete. Daher sei es im Interesse der Bahn, für mehr Akzeptanz des Schienenverkehrs unter den Anwohnern zu sorgen – und das geht nur, wenn die Bahn leiser wird. Ab kommendem Jahr sollen 17 Monitore bundesweit zwei Drittel des Güterverkehrs erfassen und Schäden an Waggonrädern feststellen, die Lärm verursachen.

Laute Bremssysteme

Leiser soll es auf den Gleisen in Zukunft außerdem durch ein Verbot von lauten Bremssystemen zugehen: Ab 2020 dürfen nur noch Züge mit sogenannten „Flüsterbremsen“, die nur halb so laut sind wie herkömmliche Bremsen, durch die Bundesrepublik rollen. Güterzüge aus dem Ausland, die noch nicht umgerüstet sind, müssen ab dann deutlich langsamer fahren. Bis 2016 sollte die Hälfte aller deutschen Waggons mit Flüsterbremsen ausgestattet sein, aktuell seien es jedoch erst 47 Prozent, bemängelt Rüddel.

Die Abgeordneten setzen sich zudem für den Bau einer rechtsrheinischen Güterverkehrsstrecke zwischen Troisdorf und Mainz-Bischofsheim ein, um die Rheinschiene zu entlasten. „Lärm macht krank“, weiß auch Erich Schneider von der Leutesdorfer Bürgerinitiative gegen Bahnlärm. Außerdem schade die Beschallung dem Tourismus der Region.

– Quelle: http://www.rundschau-online.de/28215526 ©2017

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