22.07.2017 Bürgerinitiativen machen bei Kongress in Boppard Druck auf die Politik wegen Bahnlärm

 Quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/lokales/rheingau/eltville/buergerinitiativen-machen-bei-kongress-in-boppard-druck-auf-die-politik-wegen-bahnlaerm_18056274.htm

RHEINGAU – (bad). Nur Gesetze und natürlich die Kontrolle darüber, dass sie auch eingehalten werden, schützen die Menschen vor Lärm. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Beiträge beim Internationalen Bahnlärmkongress in Boppard, berichtete Frank Gross, Vorsitzender vom Bürgernetz Pro Rheintal. Die Teilnehmer an dem von Pro Rheintal organisierten Kongress und weitere Initiativen haben sich im Nachgang abgestimmt und Forderungen zur Bundestagswahl aufgestellt.

Die Bürgerinitiativen fordern von der künftigen Bundesregierung und dem Bundestag, in der neuen Legislaturperiode unverzüglich Grenzwertvorgaben zu veranlassen und sie in einen Koalitionsvertrag sowie in das Regierungsprogramm aufzunehmen. Außerdem sollen die Lärmquellen nicht einzeln, sondern zusammen betrachtet werden und der Bestandsschutz an bestehenden Strecken dort nicht gelten, wo mehr und längere Züge schneller unterwegs sind. Das würde bedeuten, dass auch dort die Grenzwerte gelten und Lärmschutz nicht mehr freiwillig ist, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Die Nachtruhe soll als Schutzanspruch einklagbar sein.

Der Lärm soll auch nicht mehr berechnet, sondern gemessen werden. Zu berücksichtigen seien alle wirksamen Frequenzen, Vibrationen und Erschütterungen sowie deren Dauer, Intensität und Lärm. Der Lärmschutz, so fordern die Bürgerinitiativen, soll vom neuen Parlament zügig beschlossen und noch innerhalb der kommenden Legislaturperiode rechtswirksam umgesetzt werden.

Verkehrslärm in einem Ausmaß, wie es viele Leute zu ertragen hätten, müsse nicht sein, so Gross, der Parallelen zur viel zu hohen Abgasbelastung zieht. Beides hätten Industrie und Politik zu verantworten, die offenbar die Notwendigkeit, Mensch und Umwelt zu schützen, immer noch nicht erkannt hätten. Wer endlich mit dem Lärmschutz Ernst machen wolle, müsse die gesetzlichen Regelungen und Verordnungen so gestalten, dass der Lärm bereits an der Quelle weitestgehend verhindert werde. Schall, der bereits entwichen sei, wieder einzudämmen, sei sehr aufwendig.

Lärm an der Quelle bekämpfen

Der Kongress fordere deshalb Grenzwerte für die Lüfter der Lokomotiven. Fahrzeuge mit Rädern, die nicht mehr rundlaufen, sollten aussortiert werden. Außerdem soll überall das „Besonders überwachte Gleis“ für glatte Gleisoberflächen sorgen. Schlechte Schweißnähte sollten vermieden und generell überall Unterschottermatten liegen, wo die Bahnstrecke nah an Gebäuden vorbeigeht.

Die größten Lärmsünder wollen die Initiativen mit einem Anti-Lärm-Preis abstrafen. Diejenigen, die sich vorbildlich verhalten, sollen eine Auszeichnung bekommen.

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