18.07.2017 Solche Denke stammt noch aus der Zeit der militärstrategischen Kanonenbahn

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/leserbriefe-68/solche-denke-stammt-noch-aus-der-zeit-der-militaerstrategischen-kanonenbahn--139461720.htmlZu: "Bahn beharrt auf Tempo 250", Beitrag von Franz Schmider (Land und Region, 8. Juli):

Franz Schmiders Gegenüberstellung der Positionen von DB Netz und IG Bohr deutet wichtige Gesichtspunkte an, die ich unterstreichen möchte: Die Absicht der Bahn, Neu- und Ausbaustrecken möglichst nach den neuesten Standards zu bauen und zu ertüchtigen, wäre diskussionswürdig, wenn die Bahn selbst daran festhielte.

Aber davon kann keine Rede sein, nachdem sie die Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h für den ICE3 auf 230 km/h und für den ICE4 in der siebenteiligen Version reduziert hat; dies in der richtigen Erkenntnis, dass hohes Beschleunigungs- und Bremsvermögen für stabile Fahrpläne wichtiger ist als unnötig hohe Geschwindigkeit.

Die Behauptung der Bahn, die IG Bohr-Forderung koste weiteren Zeitverzug in einem eh zu langen (überwiegend von DB Netz verursachten) Planungsprozess, ist falsch. Bei einer Beschränkung auf 230 km/h kann es beim bisherigen Gleisabstand bleiben, während man ab 250 km/h die Gleise mit viel Aufwand um einen halben Meter auseinanderrücken muss. Man spart also viel Zeit und Kosten, die man in weiter optimierten Lärmschutz investieren kann.

Die Weigerung der Bahn, für das von IG Bohr beauftragte Gutachten nötige Planungsunterlagen zur Verfügung zu stellen, zeugt von einer völlig unzeitgemäßen Haltung. Solche Denke und Planung stammen wohl noch aus der Zeit der militärstrategischen Kanonenbahn (Berlin-Metz zur Vorbereitung des Ersten Weltkriegs), die auf die wirtschaftliche und zivile Funktion der neuen Strecke in Friedenszeiten ausdrücklich keine Rücksicht nahm. Die Schweiz macht’s umgekehrt: frühe Offenlage aller Pläne, gründliche Diskussion aller Betroffenen und Interessierten, dann Entscheidung mit meist sehr hohem Zustimmungsgrad.

Fazit: Die Deutsche Bahn honoriert immer noch nicht die konstruktive und sachkundige Kooperation der in der IG Bohr vereinten Bürgerinitiativen.
Wolfgang Heinz, Bad Krozingen

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