7.6.2017 VW-Skandal: Software-Update bringt nichts – doch das ist völlig egal

Quelle: http://winfuture.de/news,97990.html

Bildquelle: Philip Halling (CC-SA 2.0)

Während die Mobilitäts-Industrie anderswo mit diversen neuen Konzepten experimentiert, versucht man hierzulande noch immer mit Software-Updates die gröbsten Dreckschleudern in den Griff zu bekommen. Der neueste entsprechende Versuch bei Volkswagen soll aber kaum etwas gebracht haben.

Der Patch für die Firmware der Dieselautos von VW sollte die kostengünstigste Lösung für das Problem sein, das dem Unternehmen vor geraumer Zeit seinen Abgasskandal einbrachte. Etwa 60 Euro pro Fahrzeug wurden für das Update veranschlagt, 8,5 Millionen Stück sollten allein in Europa mit dem Update ausgestattet werden. Der Konzern veröffentlicht allerdings keine konkreten Zahlen, inwieweit sich der Patch auf die Verringerung des Schadstoff-Ausstoßes auswirkt.

Dem ZDF liegen nun aber vertrauliche Unterlagen vor, nach denen nicht nur die Wirkung äußerst gering ist, sondern es mit dem Update auch gar nicht unbedingt darum ging, die Stickoxidemissionen deutlich zu senken. Das Dokument selbst stammt aus dem November 2015 und legt Ziele für das Software-Update fest, nach denen der Schadstoff-Ausstoß auch dann noch im Straßenbetrieb um 300 bis 500 Prozent über dem Grenzwert liegt. Eingehalten sollten die Richtlinien weiterhin nur im Labor werden.

Jubel bei VW

Für das Unternehmen ist das letztlich kein Problem, denn man hat Rückendeckung von den Behörden. „Die vorhandenen Abschalteinrichtungen wurden als zulässig eingestuft“, heißt es demnach in mehreren Freigabebescheiden des Kraftfahrtbundesamtes, die dem ZDF ebenfalls vorliegen. In einer internen E-Mail reagierte ein Verantwortlicher für Qualitätssicherung bei dem Konzern auf die Bescheide der Behörde so: „Halleluja. Danke. Ich gebe einen aus.“

VW kann sich nun ganz offiziell weiter darauf zurückziehen, dass man die gesetzlichen Anforderungen komplett erfüllt. Die Grenzwerte seien eben nicht auf den regulären Straßenbetrieb anzuwenden, sondern müssten nur im Labor eingehalten werden, hieß es. Das bedeutet letztlich, dass das Unternehmen ganz offiziell die Gesundheit und das Leben von Menschen gefährden darf, solange seine Produkte in den standardisierten Testumgebungen wie erwartet reagieren.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Presse-Blog Rheintalbahn veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s