23.6.2017 (Herbolzheim) BI: Viele ohne Anspruch

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/herbolzheim/bi-viele-ohne-anspruch--138361547.html

Erläuterung der Richtlinien zur Lärmsanierung an der Bahn.

HERBOLZHEIM (BZ). Aufgrund mehrerer Anfragen von Anwohnern der Rheintalbahn bei der Initiative Bürgerprotest Bahn Herbolzheim-Kenzingen (BI) beschäftigte sich diese noch einmal mit dem Kreis der Anspruchsberechtigten auf passiven Lärmschutz. Die Firma Modus-Consult hatte im Auftrag der Bahn alle Hauseigentümer angeschrieben, die im berechneten „Lärmteppich“ liegen, und angefragt, ob sie am passiven Lärmschutz interessiert sind. Nun erhielten viele derer, die Interesse zeigten, eine abschlägige Antwort, teilt die BI mit, und erläutert den Hintergrund: Anspruchsberechtigt seien nur jene, die schon vor Inkrafttreten des Bundesemissionsschutzgesetzes 1974 gebaut haben. Oder jene, die im Bereich eines vorherigen Bebauungsplans nach 1974 gebaut haben. „Bei allen anderen sagt sich der Bund als Finanzier des Lärmschutzes indirekt: Wer an einem lauten Verkehrsweg baut ist selbst schuld und muss den Lärmschutz selbst zahlen“, interpretiert die BI die Richtlinie zur Lärmsanierung.
In Herbolzheim wurde in den 70er Jahren viel gebaut, allerdings ohne qualifizierten Bebauungsplan im Sinne der Richtlinie zur Lärmsanierung. Dieser wurde laut Stadtverwaltung erst 1979 aufgelegt und trat 1980 in Kraft. Ergebnis: Nur jene der angeschriebenen Betroffenen, an deren Fenster trotz der Lärmschutzwand nachts mehr als 57 dB(A) Zielwert ankommen, erhalten passiven Lärmschutz mit 75 Prozent bezuschusst – die vor 1974 gebaut haben. Nun zeigt sich nachträglich, wie notwendig der Einsatz für eine höhere Lärmschutzwand gewesen sei, so die BI. Früher seien nur bis zu 2,5 Meter hohe Wände gebaut worden. Die BI und Kommunen der Kenzinger Erklärung forderten vier Meter, davon der obere Meter transparent. Gebaut wurden drei Meter. Nur in Lahr werde an einer Stelle eine 4-m-Wand gebaut. BI-Vorstandsmitglied Albrecht Künstle sagt dazu laut Pressemitteilung: „Ich komme gerade von einer Italienreise zurück. Selbst Einzelhäuser werden dort aktiv geschützt und das mit etwa zur Hälfte transparenten Wänden.“

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Presse-Blog Rheintalbahn veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu 23.6.2017 (Herbolzheim) BI: Viele ohne Anspruch

  1. Michael Stelter schreibt:

    In unseren Nachbarländern wird mehr Transparenz verbaut als in Deutschland. Neues Material wird an den Strecken getestet. Die Firma Herrenknecht hat weltweit die größten Genehmigungsprobleme für Tunnelbauten in Deutschland. So werden viele Behördenplätze gesichert. Aber die Infrastruktur kommt nicht voran.
    Michael Stelter Freiburg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s