16.6.2017 Bahn-Kompromiss nicht gefährden

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/riegel/bahn-kompromiss-nicht-gefaehrden–138099211.html

BZ-LESERBEFRAGUNG (5): Autobahnparallele wird in Riegel befürwortet, wenn maximaler Lärmschutz sichergestellt ist.

  1. Östlich der Autobahn (rechts) sollen die neuen Gütergleise gebaut werden. Foto: Archivfoto: Michael haberer

  2. Östlich der Autobahn (rechts) sollen die neuen Gütergleise gebaut werden. Foto: Archivfoto: Michael haberer

RIEGEL. Die Riegeler Bürgerinnen und Bürger fühlen sich in ihrer Gemeinde wohl und sehen sich in kommunalpolitische Entscheidungen angemessen einbezogen. Sie wünschen sich aber, dass wichtige Fragen der Gemeindeentwicklung häufiger per Bürgerentscheid geregelt werden. Begrüßt wird auch der autobahnparallele Ausbau der Rheintalbahn, sofern sichergestellt ist, dass Riegel optimalen Lärmschutz erhält. Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer nicht repräsentativen Umfrage der Badischen Zeitung, bei der zu sechs Fragen jeweils diverse Antworten zur Auswahl standen. 94 Personen machten mit, 59 Frauen und 35 Männer. 68 Befragte waren älter als 46 Jahre.

Die Lebensqualität
Bei der Frage nach dem Wohlfühlfaktor konnten die Riegeler für ihre Gemeinde Schulnoten von 1 („sehr gut“) bis 6 („ungenügend“) vergeben. 19 Mal gab es eine 1 (20 Prozent), wobei mehr Frauen für die Top-Note votierten, als Männer. 59 Befragte vergaben eine 2 (63 Prozent) und 15 (16 Prozent) eine 3. Die 4 wurde einmal vergeben. Die Noten 5 und 6 wurden nicht vergeben. Als Durchschnittsnote wurde eine 1,9 ermittelt. Interessant dabei ist, dass die Befragten, die älter als 60 waren, den Wohlfühlfaktor mit 1,87 höher bewerteten, als beispielsweise die Gruppe der 31 bis 45 Jährigen (2,14).

Anteil an Kommunalpolitik
„Finden Sie, dass die Menschen in Ihrer Gemeinde angemessen in kommunalpolitische Entscheidungen einbezogen sind?“ Mit einem klaren „Ja“ antworteten 35,1 Prozent der Befragten, 44,7 Prozent sagten „eher ja“. „Eher nicht“ meinten 9,6 Prozent, „nein, überhaupt nicht“ sagten 4,3 Prozent. 6,4 Prozent gaben darauf keine Antwort. Interessant ist auch hier: Je älter die Befragten, desto zufriedener sind sie. Für das klare Ja stimmten beispielsweise 47, 8 Prozent der über 60-Jährigen. Bei den 46 bis 60-Jährigen sind des 37,8 Prozent, während es dieses klare Ja bei den Befragten im Alter von 31 bis 45 nur von 19 Prozent gab.

Mehr Bürgerentscheide?
„Sollten wichtige Entscheidungen der Kommunalpolitik häufiger per Bürgerentscheid geregelt werden?“ Klar ja sagten 45,7 Prozent, wobei der prozentuale Anteil von Männern und Frauen bei dieser Beurteilung nahezu gleich hoch war. Für „eher ja“ sprachen sich 33 Prozent aus. Für „eher nicht“ sprachen sich 10,6 Prozent der Befragten aus, „nein, überhaupt nicht“ meinten nur 4,3 Prozent. 6,4 Prozent gaben keine Antwort.

Tourismus
Die nächste Frage lautete: „Die Gemeinde Riegel ist Mitglied im regionalen Tourismusverband Naturgarten Kaiserstuhl, doch Kosten und Nutzen der Mitgliedschaft werden im Gemeinderat immer wieder kritisch hinterfragt. Wie stehen Sie dazu?“ Eine kritische Begleitung sei okay, aber beim Tourismus sei auch regionales Bewusstsein gefordert, meinten 42,6 Prozent der Befragten, wobei besonders die Frauen diese Position vertraten. Der Meinung, dass Riegel unbedingt dabei bleiben sollte, weil Tourismus wichtig für die ganze Region und kein Thema für Alleingänger einzelner Gemeinden sei, schlossen sich 46,8 Prozent der Befragten an. Für diese Bewertung sprachen sich prozentual deutlich mehr Männer als Frauen aus. 3,2 Prozent der Befragten schlossen sich der Auffassung an: „Ohne direkten Nutzen für die Gemeinde macht die Mitgliedschaft im Tourismus-Verbund keinen Sinn.“ Von 7,4 Prozent der Befragten gab es keine Antwort.

Kaiserstuhlbahn
„Die Kaiserstuhlbahn wird elektrifiziert, damit das Fahrplanangebot ausgebaut werden kann. Werden Ihrer Meinung nach die Interessen der Bürger angemessen berücksichtigt?“, wollte die BZ als Nächstes wissen. Mit dieser Frage konnten viele nichts anfangen, denn rund ein Drittel der Befragten hatten darauf keine Antwort. In der Gruppe der Befragten, die älter als 60 Jahre waren (23), gab sogar fast jeder Zweite keine Antwort. 17 Prozent der 94 Befragten antworteten mit „ja“, 36,2 Prozent mit „eher ja“, 10,6 Prozent mit „eher nicht“ und 4,3 Prozent mit „nein, überhaupt nicht“.

Ausbau Rheintalbahn
„Die Ausbaupläne für die Rheintalbahn sind seit vielen Jahren heftig umstritten. Jetzt sollen die zusätzlichen Gleise parallel zur Autobahn gebaut werden. Dagegen wehrt sich die Gemeinde Riegel und fordert ihre blaue Trasse. Wie stehen Sie dazu“, wollten die BZ in ihrer sechsten und letzten Frage wissen. Hier bezogen die Befragten klar Position. „Die Autobahnparallele ist ein mühsam gefundener Kompromiss für die Region, den man nicht gefährden sollte. Maximaler Lärmschutz für Riegel muss aber gesichert sein“, lautete der Antwortvorschlag, für den sich 52,1 Prozent entschieden. Bei den Befragten, die älter waren als 60 Jahre, waren es sogar 60,1 Prozent. 28,7 Prozent votierten für „Riegel muss die Autobahnparallele ablehnen, weil sonst die Lärmbelastung für die Anwohner steigt.“ Nur 10,6 Prozent sagten „Ist mir egal, ich fahre sowieso Auto und will lieber möglichst schnell eine sechsspurige Autobahn“. 8,5 Prozent gaben bei der Befragung keine Antwort.

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