10.3.2017 Riegel will beim Ausbau der Rheintalbahn an Forderung nach der „ Blauen Trasse“ festhalten

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/riegel/riegel-will-beim-ausbau-der-rheintalbahn-an-forderung-nach-der-blauen-trasse-festhalten--134378514.html

Für den Ausbau der Rheintalbahn möchte Riegel an der „Blauen Trasse“, also an der Verlegung der neuen Gleise östlich der Waldsiedlung, festhalten. Das machte Bürgermeister Markus Jablonski bei der Einwohnerversammlung am Mittwoch in der Römerhalle deutlich.

  1. Riegels Haltung zum Ausbau der Rheintalbahn war das zentrale Thema bei der Einwohnerversammlung in der Römerhalle. Foto: Michael Haberer

RIEGEL. Für den Ausbau der Rheintalbahn möchte Riegel an der „Blauen Trasse“, also an der Verlegung der neuen Gleise östlich der Waldsiedlung, festhalten. Das machte Bürgermeister Markus Jablonski bei der Einwohnerversammlung am Mittwoch in der Römerhalle deutlich. Nur indem dieser eigene Trassenvorschlag für die neuen Gleise realisiert werde, würden die „Kernforderungen“, die der Gemeinderat 2015 beschlossen hat, gewährleistet.

Jablonski sieht sogar neue Gründe, warum Riegel und seine Einwohner die Pläne zum Abschnitt zwischen Riegel und Holzhausen (8.1.) ablehnen sollten. Er warb dafür, die Chance der Einwendungen gegen 8.1. bis zum 27. März zu ergreifen. Der Gemeinderat wird nächsten Mittwoch seine Einwendungen beschließen.

Der Grund, noch mehr als bislang gegen die Pläne von Bahn, Projektbeirat und Politik, und das heißt auch gegen die Fortsetzung von 8.1. gen Norden entlang der Autobahn (8.0.) zu sein, ist für Jablonski der Ausbau der Autobahn. Weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt laufen Vorgespräche zwischen Bahn, Behörden und Kommunen über zwei weitere A 5-Streifen zwischen Offenburg und Freiburg. Diese Planung soll mit der Bahnplanung abgestimmt werden, damit die neue Bahntrasse keine Fakten schafft, die man für den Ausbau der Autobahn wieder beseitigen muss. Jablonski bezog sich bei seinen Bedenken auf die Informationen zum Ausbau der A 5, die beim sogenannten Scopingtermin Anfang Februar in Lahr. Bahn und Land präsentierten den Kommunen ihre Vorstellungen von den künftigen Trassen. Dabei, so Jablonski, sei klar geworden, dass, anders als er geglaubt habe, die neuen Fahrbahnen der A 5 nicht auf der Ostseite angebaut würden, sondern auf West- und Ostseite komme jeweils ein weiterer Streifen.

Das habe in 8.1. Konsequenzen für Riegel. Es werde nicht der Raum zwischen neuer Bahntrasse und Autobahn genutzt, um die neuen Spuren unterzubringen. Davon sei er bislang ausgegangen, so Jablonski. Sondern man müsse auf die Böschung zum „Oberwald“ hin eine Spur setzen. So gefährde man das dortige Wasserschutzgebiet nördlich der Bahnhofstraße und damit die Trinkwasserversorgung Riegels, sagte Jablonski. Mit diesen Konsequenzen werde er Kreistag und Regionalverband, die beide massiv auf den Ausbau der A 5 drängen, konfrontieren, kündigte der Bürgermeister an.

Ansonsten weist der Riegeler Protest die bekannten Punkte auf. Ute Lehnertz, Gutachterin der Kommunen und der Bürgerinitiative (BI) Igel für den Schallschutz an 8.1., bestätigte, dass der „Vollschutz“ bis auf den Dürrenbühler Hof für Riegel so gewährleistet werde, wie im Projektbeirat beschlossen. Das werde erreicht mit zwei rund zwei Kilometer langen Lärmschutzwänden, teils als reine Wand, teils als sogenannte Galerien, die zu einem Teil nach oben geschlossen sind. Diese Bauwerke werden jeweils auf der Seite zur Waldsiedlung und zum „Oberwald“ hin hochgezogen.

Bürgermeister Jablonski nährte die Zweifel an den Zusagen. Für die Galerien, die den Vollschutz gewährleisten sollen, gebe es noch nicht einmal eine Zulassung, sagte er. Aber wenn sie kommen, wäre dies eine Wand wie ein fünfstöckiges Haus und dann werde mancher keinen Sonnenuntergang mehr sehen.

Kita-Ausbau soll nächsten Sommer beendet sein

Ein weiterer Kritikpunkt ist die aus Jablonskis Sicht fehlende Abstimmung der verschiedenen Planungsabschnitte, die auf der Gemarkung Riegel zusammenkommen. So sei am nördlichen Start von 8.1. nicht geklärt, welchen Lärmschutz „Kleinfeldele“, Baggersee und Aussiedlerhöfe bekommen. Zudem soll ein zehnjähriges Provisorium 8.1. mit der Bestandstrecke bei Hecklingen verbinden.

Jablonski äußerte den Verdacht, dass man das Provisorium nicht mehr loswerde. Er argumentierte gegen den Eindruck, als sei mit dem Konsens von Bahn, Projektbeirat und Politik die Autobahnparallele bereits abgemachte Sache. Für den Bereich Riegel versicherte er: „Ich habe noch ein paar Trümpfe im Ärmel.“

Die weiteren Themen der Einwohnerversammlung waren zügig dargestellt. Eines davon ist der Ausbau der Kita Am Dörle, der im Sommer 2018 beendet sein soll. Für mehr als 700 000 Euro werde die Gemeinde hier die Betreuungsqualität verbessern, aber keine neuen Betreuungsplätze schaffen, so Jablonski.

Angesichts der Geburtenzahlen und des Zuzugs durch das kommende Wohngebiet „Breite 3“ müsse man sich in absehbarer Zeit Gedanken machen, wo man weitere Betreuungsplätze einrichten könne, sagte der Bürgermeister. Zu „Breite 3“ gab er grundsätzlich zu bedenken, wie schnell man die Grundstücke veräußere. Die Nachfrage von außen sei groß. Aber wenn man sich daran orientiere, sei das Bauland schnell weg und für die Riegeler später nichts mehr übrig.

Dass die Gemeinde in absehbarer Zeit weiteres Bauland bekomme, sei bei der derzeitigen Haltung der Politik weniger wahrscheinlich, sagte Bürgermeister Jablonski.

Außerdem baut Riegel für etwa 1,8 Millionen einen neuen Bauhof. Damit möchte man in diesem Monat noch anfangen. Der Bau der Flüchtlingsunterkunft bei der Römerhalle soll im April beginnen.

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