25.1.2017 Vörstetten ist vor Lärm geschützt

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/voerstetten/voerstetten-ist-vor-laerm-geschuetzt--132785334.html

Gemeinderat thematisiert den Ausbau der Rheintalbahn / Bürgermeister Lars Brügner zeigt sich optimistisch.

  1. Die derzeitige und künftige Lärmbelastung durch die Rheintalbahn ist ein regionales Dauerthema. Foto: DPA

VÖRSTETTEN. Kommende Woche wird die Deutsche Bahn die aktualisierten Pläne zum Ausbau der Rheintalbahn vorstellen. Betroffene in Vörstetten, und vor allem im Ortsteil Schupfholz, können laut Bürgermeister Lars Brügner aber schon jetzt aufatmen: Die Lärmschutzgrenze von maximal 49 Dezibel wird wohl überall eingehalten werden. Brügner gab dies in der Gemeinderatssitzung am Montag bekannt und sprach von einem „großen Erfolg“. Was den Lärmschutz an der gesamten Strecke angeht, ist man bei der Bürgerinitiative Igel weniger optimistisch.

Obwohl Vörstetten gut dasteht, will sich der Bürgermeister solidarisch mit jenen Gemeinden zeigen, die stärker von dem Bahnlärm betroffen sind. „Wir haben in der Sache gemeinsam gekämpft, und jeder hat nicht nur nach seinem Kirchturm geschaut“, so Brügner.

Die gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutzgrenze für Wohngebiete beträgt 49 Dezibel. In Vörstetten werde diese Grenze wohl auch bei den am nächsten an der zukünftigen Bahnstrecke gelegenen Häusern nicht überschritten. Bürgermeister Brügner zeigte sich zufrieden: „Von unseren Forderungen werden wohl so gut wie alle umgesetzt, was das Gesetz so nicht vorsieht. Das ist ein großer Erfolg.“

Das Ziel, das sich die Gemeinde Vörstetten zusammen mit Gemeinden und Bürgerinitiativen für die Verhandlungen mit der Bahn gesetzt hatte, sieht er als erreicht an. Der Bahnlärm soll durch Lärmschutzwände an der Strecke ferngehalten werden – und nicht durch den Einbau von Lärmschutzfenstern an den Wohnhäusern. Im ersten Planungsentwurf aus den Jahren 2008 und 2009 hätten die Lärmschutzwände im Bereich Vörstetten und Schupfholz etwas über einen Kilometer lang und vier Meter hoch sein sollen. Nun sollen sich die Wände über zwei Kilometer erstrecken und sechs Meter hoch werden, so Brügner.

Die Gutachter, welche die Gemeinde Vörstetten zusammen mit der Stadt Freiburg und den Gemeinden March, Reute und Teningen sowie der Bürgerinitiative Igel beauftragt hatten, seien zu dem Ergebnis gekommen, dass ein nahezu vollständiger Schutz bei den betroffenen Gemeinden erreicht werden könne. Einige Problemfälle gebe es aber noch.

In Holzhausen würde der Lärmschutz wohl bei einigen mehrgeschossigen Gebäuden nicht bis ganz oben reichen. Auch in Reute gebe es noch einige wenige Gebäude, wo die Lärmschutzgrenze überschritten werde. Die Interpretation der Ergebnisse der Gutachter müsste aber nochmal überprüft werden, so Brügner. Auch ein Aussiedlerhof auf der Gemarkung Riegel sowie einige Wohnungen bei der Kläranlage im Gewerbegebiet Teningen lägen noch über der Lärmschutzgrenze. Brügner sagte jedoch, er sehe die Situation weniger dramatisch als die Bürgerinitiative Igel, die sich für einen flächendeckenden Lärmschutz einsetzt.

Igel-Vorstand Johannes Baumgärtner bemängelt einen Verlust an Lärmschutz. Ihm zufolge würde, gemäß der neusten Planungen, der Lärmschutz auf einer Gesamtstrecke von 300 Metern ganz entfallen. Auf 1,8 Kilometern seien zuvor geplante Lärmschutzgalerien durch einfache Lärmschutzwände ersetzt worden. „Lärmschutzgalerien schlucken den Schall besser als Lärmschutzwände, weil nahezu kein Lärm über diese hinaustritt“, so Baumgärtner. Zweifel habe man auch an der neuen Berechnungsform, die der Erhebung zur Lärmbelastung zugrunde liegt. Baumgärtner hält es für fragwürdig, warum auf Grundlage dieser neuen Berechnung der Grenzwert von 49 Dezibel plötzlich mit insgesamt weniger Lärmschutz eingehalten werden soll.

Info: Die Bürgerinitiative Igel wird die Pläne für den Ausbau der Rheintalbahn im Februar vorstellen und diskutieren: Am 14. Februar in March-Holzhausen, Turn- und Festhalle; am 15. Februar in Reute, Eichberghalle; am 16. Februar in Teningen-Nimburg, Nimberghalle. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr.
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