2.2.2017 Auseinandersetzung wird konkret

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kreis-emmendingen/auseinandersetzung-wird-konkret–133130485.html

Auf die Phase der Einspruchsmöglichkeit, die bis Ende März dauert, folgt erst im Januar 2018 der Termin der Erörterung.

  1. Foto: Michael Haberer

  2. In Teningen wurden auch „wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Vollschutz“ präsentiert. Foto: Michael Haberer

  3. Mit einer 3D-Animation wurde die künftige Führung in Galerien links der Autobahn gezeigt (Foto links). Das Interesse war groß. Foto: Michael Haberer

  4. Foto: Michael Haberer

  5. In Teningen wurden auch „wichtige Meilensteine auf dem Weg zum Vollschutz“ präsentiert. Foto: Michael Haberer

TENINGEN. In 23 Ordnern mit -zig Seiten Papier und in einem „digitalen Planungsordner“ auf der Homepage des Regierungspräsidiums (RP) Freiburg stehen die Unterlagen zum Ausbau der Rheintalbahn zwischen Riegel und der Marcher Ortschaft Holzhausen zur Verfügung. Bis zum 13. März können sie im Zuge der Offenlage eingesehen werden. Bis zum 27. März dürfen Betroffene ihre Bedenken und Anregungen zu den Bahnplänen vorbringen. Pläne und Verfahren wurden in der Informationsveranstaltung von Bahn und RP am Mittwochabend in der Teninger Jahn-Halle vorgestellt.

Der Lärmschutz:
„Vollschutz“ ist angesagt. Auf der 11,4 Kilometer langen Strecke von Riegel bis Holzhausen werden die Siedlungen durch Schallschutzwände und Galerien von zwei bis nahezu sieben Meter Höhe vor dem Bahnlärm geschützt. Nur für zwei Anwesen in Riegel und Teningen ist passiver Lärmschutz vorgesehen. Dies sei ein großartiger Erfolg für die Region, erklärte Tomas Dreßler vom RP. Er erinnerte an die 25 000 Einwendungen alleine für den Streckenabschnitt 8.1., als 2009 die Bahnpläne für die Offenlage vorgestellt wurden. 170 000 seien es für den ganzen Abschnitt 8 gewesen. Angesichts des Widerstandes der Anwohner an der gesamten Ausbaustrecke habe die Politik erkannt, dass es so nicht gehe und den Projektbeirat ins Leben gerufen.

Für die Pläne des Jahres 2009 sei die Wirtschaftlichkeit das oberste Ziel gewesen, erklärte Christoph Klenert von der Bahn. Da die Politik nach den Verhandlungen im Projektbeirat andere Richtlinien gesetzt habe, könne nun ein übergesetzlicher Schallschutz realisiert werden − wohl erstmalig so in Deutschland, sagte Klenert.

Große Linie und Details:
Der Teninger Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker lobte die Bahn für ihre Bereitschaft, „die Weichen wieder auf Null zu stellen“. Die große Linie der Planung stimme nun und es gelte, im Detail die Betroffenheiten abzuarbeiten. Er forderte die Anlieger auf, sich mit den Planungsunterlagen zu beschäftigen, gerade weil es neben dem Lärmschutz noch zahlreiche andere Betroffenheiten wie Eigentumsfragen gebe.

Bedenken der BI Igel:
Seitens der Bürgerinitiative Igel wurden angesichts der positiven Stimmen von RP, Bahn und Bürgermeister Bedenken zu den Bahnplänen geäußert. Ob die Berechnungen des Lärms das wiedergeben, was die Menschen hören werden, wurde bezweifelt. Außerdem wurde auf die alten Güterzüge auf der Strecke hingewiesen. Jene aus dem Ausland würden wohl noch lange nicht umgerüstet werden, meinte Gerlinde Schrempp von Igel. Klenert hatte hervorgehoben, dass man den Lärmschutz so ausgelegt habe, als gäbe es die Umrüstung auf leisere Züge nicht. Zur Skepsis verwies Klenert auf die Gesetzesinitiative in Deutschland, einen Wechsel zu leisen Güterzügen zu verfügen und die Gesetze der Schweiz, die von 2020 an nur noch die leisen Güterzüge durchlassen würden. Dreßler machte darauf aufmerksam, dass die Veranstaltung am Mittwoch noch nicht der Erörterungstermin sei, wo die Probleme besprochen werden.

Verfahrensabläufe der Bahn:
Stefan Fehringer von der DB Netz AG erklärte die Zeitvorstellungen der Bahn, wonach dieser Erörterungstermin im Januar des kommenden Jahres stattfinden könnte und der Planfeststellungsbeschluss in 2019 erfolgen würde. Von 2022 an könnte dann gebaut werden. „Wir legen aber keine 8.1. in die Landschaft und geben der Natur Zeit, sie wieder zuzuwachsen“, meinte Fehringer zur wirklichen Bauzeit. Diese werde abgestimmt mit den Verfahren für die anderen Planungsabschnitte von Offenburg bis Hügelheim − von 8.0. bis 8.4. − die 2031 als Ganzes in Betrieb gehen sollen.

„Digitaler Planungsordner“:
Fehringer stellte den „digitalen Planungsordner“ vor. Dieser könne das Blättern in den Ordnern auf den Rathäusern und im RP ersparen. Die Funktionen, mit denen die einzelnen Pläne und Maßnahmen eingesehen und verknüpft werden können, seien jedoch komplex. „Gibt’s dazu auch ein Benutzerhandbuch“, lautete eine scherzhafte Frage aus dem Publikum. Eine Hotline werde eingerichtet, versprach Fehringer. Die Planunterlagen geben nicht nur die Planungen für den Neubau her. Auch die Anlage der Baustraßen und die „trassenfernen Maßnahmen“ wie der ökologische Ausgleich sind darin festgehalten.

Info: Die Planunterlagen sind unter http://mehr.bz/bahnplaene abrufbar und stehen in den Rathäusern sowie im RP in Ordnern zur Verfügung. In den kommenden Wochen werden in Informationsveranstaltungen zu 8.1. die Pläne aus der Sicht der betroffenen Gemeinden und der BI vorgestellt: am 14. Februar in March-Holzhausen in der Festhalle um 19.30 Uhr; am 15. Februar in Reute in der Eichmattenhalle um 19.30 Uhr und am 16. Februar in Nimburg in der Nimberghalle um 19.30 Uhr. In Riegel findet am 8. März, 19 Uhr, in die Römerhalle eine Einwohnerversammlung zu 8.1. statt.
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