11.11.2016 (Herbolzheim-Kenzingen ) Lärmschutzwand bleibt ein Thema

Lärmschutzwand bleibt ein Thema

Vertreter der Bürgerinitiative Herbolzheim-Kenzingen stellten im Ortschaftsrat Orschweier die Kosten und den Nutzen vor.

  1. Eine Lärmschutzwand entlang der Gleise, wie sie in Herbolzheim gebaut wird, wünscht man sich auch in Orschweier. Foto: Archivfoto: Michael Haberer

MAHLBERG-ORSCHWEIER. Eine Lärmschutzwand entlang der Bahngleise in Orschweier war im Frühjahr diskutiert, am Ende aber abgelehnt worden. Der Ortschaftsrat hat sich nun erneut mit dem Thema beschäftigt.

Zweimal hatten Ortschafts- und Gemeinderat über den Bau der Lärmschutzwand diskutiert. Weil der Kosten-Nutzen-Faktor zu gering ist, wie Bahnvertreter in beiden Sitzungen sagten, müsse die Stadt gut die Hälfte der Kosten aus eigener Tasche zahlen. Mehrheitlich lehnten die Räte dies damals ab. Ganz erledigt ist für die Befürworter die Wand aber nicht, auf deren Antrag hin referierte am Dienstag im Ortschaftsrat ein Vertreter der BI Herbolzheim-Kenzingen. Einen Beschluss fassten die Räte nicht, es blieb bei Info und Meinungsaustausch.

Gemeinsam mit Dietmar Kraske, dem Vorsitzenden der BI Bahnlärm, war Albrecht Künstle in die Sitzung gekommen. Die These seines Vortrags lautete, dass der Bau einer Lärmschutzwand in Orschweier durchaus Sinn mache, auch wenn sich die Lärmminderung für betroffene Anwohner von zwölf Dezibel für Häuser in der ersten Reihe und nur auf fünf Dezibel für Häuser in der dritten Reihe reduziere. Dies spüre man schon, wie Künstle weiter sagte und empfahl punktuell zwischen zwei Lärmschneisen Wände zu installieren. Die Wahrnehmung von lauter und leiser betrage etwa 1,5 bis drei Dezibel.

Den Kosten in Höhe von 1700 Euro pro laufendem Meter für eine drei Meter hohe Wand stellte er den Nutzen und das Beispiel Herbolzheims entgegen. Die Anwohner bekommen eine Lärmschutzwand von der Bahn bezahlt und verlängern sie auf eigene Kosten um ein paar 100 Meter, um bestehende und neue Wohngebiete vor Lärm zu schützen. Auch Offenburg investiere mehr als eine Million Euro in den Lärmschutz.

Eine weitere Frage war die Absicht der Bahn, Güterzüge bis 2020 leiser zu machen. 80 Prozent der Züge müssten umgerüstet werden, damit sie laut Albrecht Künstle „erträglich laut“ werden. Er schätzte, dass dies bis tatsächlich bis 2025 dauern würde. Den Nutzen bezweifelte Klaus Deutschkämer, da der Bahn nur ein Drittel aller Güterzüge gehörten.

Dass die Bahn selbst direkt an den Gleisen eine eigene Wand baue, wurde ausgeschlossen. Ortsvorsteher Bernd Dosch wollte wissen, ob eine vier Meter hohe Wand in Zukunft ausreiche. Mitnichten, meinte Künstle, deshalb würden in Herbolzheim die Fundamente so gebaut, dass die Wand dort nach oben verlängert werden könne.

Der entscheidende Faktor für Zuschüsse ist das Jahr 1974

Auf die Frage, ob die Stadt selbst Geld in die Hand nehmen soll, um eine Wand zu bauen, antworteten Nikolaj Blasi, Klaus Deutschkämer und Dieter Beck mit Ja. Andreas Ruder bekräftigte sein Nein mit dem Verweis auf andere ihm wichtigere Investitionen. Einig waren sich Klaus Deutschkämer und Dietmar Benz über den entscheidenden Faktor: das Jahr 1974, denn der Bau einer Lärmschutzwand werde nur bezuschusst, wenn Häuser davor gebaut worden seien und/oder ein Bebauungsplan vor 1974 rechtskräftig wurde. Der Kosten-Nutzen-Faktor, laut dem der Anteil der Bahn berechnet werde, basiere darauf. „Wir fallen durch den Rost“, sagte Dietmar Benz.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/mahlberg/laermschutzwand-bleibt-ein-thema–129699258.html

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