3.9.2016 Demonstration in Koblenz Bahnlärmgegner machten mobil

 

In Koblenz haben am Samstag zahlreiche Menschen gegen Bahnlärm demonstriert. Zu dem Protest aufgerufen hatte ein breites Bündnis aus Lärmgegnern vom Mittelrhein und der Mosel. Unterstützung gab es von prominenter Seite.

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Rund 1.000 Menschen beteiligten sich an der Demonstration, wie SWR-Reporterin Heike Löser berichtete. Unter die Bahnlärmgegner mischte sich auch politische Prominenz: So reihten sich etwa Innenminister Roger Lewentz (SPD), der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Frank Puchtler (SPD) sowie die Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger (SPD) und Tabea Rößner (Grüne) in die Demonstration ein. „Während vorm Bahnhof in Koblenz Menschen gegen Bahnlärm demonstrieren, donnert oben ein Güterzug über die Gleise“, twitterte Rößner.

Bahnlärmgegner fordern Alternativtrasse

Die Bahnlärmgegner bekräftigten ihre Forderung, Güterzüge langfristig aus dem Mittelrheintal und auch aus dem Moseltal zu verbannen. Außerdem verlangten sie eine Alternativstrecke, die das viel befahrene Mittelrheintal entlasten soll. Diese soll nach ihrem Willen von Bad Augustin bei Bonn über den Westerwald und den Taunus nach Mainz-Bischofsheim verlaufen. Bis zur Realisierung der Strecke müsse es wenigstens ein Nachtfahrverbot geben, sagte der Vorsitzende der „Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn“, Willi Pusch. „Was für den Fluglärm möglich ist, muss auch für den Bahnlärm gelten.“

Trotz vieler Einwendungen war eine Ausweichstrecke im neuen Bundesverkehrswegeplan nicht in den vordringlichen Bedarf aufgenommen worden. Damit hat die Trasse kaum eine Chance, umgesetzt zu werden. Im Herbst trifft der Bundestag die endgültige Entscheidung, welche Projekte bis 2030 verwirklicht werden.

So laut wie Kreissägen oder Presslufthämmer

Nach Angaben der Bürgerinitiative verursacht der Bahnlärm Gesundheitsschäden bei den Anwohnern. Jeden Tag führen etwa 600 Züge durch das Rheintal, mit bis zu 110 Dezibel. Das sei so laut wie Kreissägen oder Presslufthämmer. Starke Erschütterungen seien die Folge, hinzu kämen Umweltgifte, Gefahrguttransporte und alte und marode Bahndämme.

Roger Lewentz bei einer Demo gegen Bahnlärm in Koblenz, zusammen mit anderen Demonstranten.

Auch Politiker waren dabei – etwa die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (2. v.l.), Innenminister Roger Lewentz (3. v.l.), Landrat Frank Puchtler (5. v.l.) sowie der Bundestagsabgeordnete Detlev Pilger (r.)

„Die rechte Rheinseite ist am meisten gebeutelt“, sagte Pusch. Dort führen täglich 180 bis 220 Güterzüge, auf der linken Rheinseite 100 bis 140. Die Folge des Bahnlärm seien Leerstände in vielen Ortschaften am Rhein. Außerdem leide der Tourismus unter dem Lärm.

Auch Hessen rufen zu Protest auf

Zu der Groß-Demo hatte unter anderem auch die Wiesbadener Bürgerinitiative „Schutz vor Bahnlärm“ aufgerufen, die gegen den Güterzuglärm in Mainz-Amöneburg, Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel kämpft. Und auch aus dem Rheingau kamen Teilnehmer nach Koblenz. Unterstützt wurde der Protest von sieben Landkreisen aus Rheinland-Pfalz und Hessen sowie den Städten Koblenz und Wiesbaden.

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