23.5.2016 Die BI Bahnlärm bleibt misstrauisch

Freude in der Hauptversammlung über die zusätzlichen Gleise an der Autobahn, aber Skepsis gegenüber der Bahn.

MAHLBERG-ORSCHWEIER. Ausgesprochen glücklich über den „langersehnten Erfolg“ sind Dietmar Kraske und Martin Zetting. Sie meinen damit den Beschluss des Bundestags vom Januar, das dritte und vierte Gleis der Rheintalbahn parallel zur Autobahn zu bauen. Kann sich die BI Bahnlärm jetzt auflösen? Mitnichten, sagten die beiden Vorsitzenden der Bürgerinitiative in der Hauptversammlung.

Jetzt gelte es, der Bahn bei der Umsetzung des Bundestagsbeschluss auf die Finger zu schauen, sagten sie. „Unser jahrelanger Bürgerprotest, der von viel Geduld, Sachverstand und Beharrlichkeit geprägt war, hatte endlich Erfolg“, sagte Dietmar Kraske. Nach den bisherigen Erfahrungen müsse man der Bahn gegenüber aber misstrauisch sein.

Im April hatte es eine Informationsveranstaltung des Ministeriums für Verkehr- und Infrastruktur in Stuttgart gegeben zum vordringlichen Bedarf des Rheintalbahnausbaus. In dem Zusammenhang wollte das Ministerium Genaueres wissen, ob eine Geschwindigkeit von 200 bis 230 Stundenkilometer für ICE ausreiche. Die örtliche BI ist dagegen, dass ICEs künftig mit 250 Stundenkilometer auf der Rheintalstrecke fahren können. Einen Widerspruch werden örtliche BI und IG Bohr einlegen, wenn es um den Ausbau der alten Rheintalstrecke zwischen Offenburg und Riegel irgendwann in den kommenden 20 Jahren geht. Man will sich nicht „über die Hintertür die lauten ICE vor die Nase setzen lassen“, betonten Kraske und Zetting. Beide halten die Ausgabe von 400 Millionen Euro für Überholgleise zwischen Friesenheim und Lahr sowie zwischen Ringsheim und Kenzingen für unverhältnismäßig hoch, weil die eine Zeitersparnis von gerade mal 40 Sekunden brächten. Außerdem wäre dafür der Bau von sieben Meter hohen Lärmschutzwänden erforderlich.

Entlang der Gemarkung Orschweiers sprachen sich die beiden Vorsitzenden und Beisitzer Peter Ohnemus für den Bau einer Lärmschutzwand aus. Die zerschneide den Ort nicht und hemme auch die Entwicklung Orschweiers nicht. Außerdem profitierten weitaus mehr Bürger von diesem Lärmschutz als diejenigen, die Zuschüsse für den Einbau schallschutzgedämmter Fenster erhalten. Martin Zetting forderte die Kommune auf, zu prüfen, ob der Bau der Lärmschutzwand möglich ist. Dietmar Kraske wünschte dazu eine Bürgerbefragung. Peter Ohnemus war „verblüfft“ über das Nein des Ortschaftsrats dazu. Bürgermeister Dietmar Benz hatte sich energisch dagegen verwahrt, weil die Stadt diese Lärmschutzwand aus der eigenen Tasche bezahlen müsste. In Anbetracht immenser Pflichtaufgaben könne man sich die geschätzten 900 000 Euro an Kosten nicht leisten. Am Rande entspann sich eine Diskussion über das mangelndes Interesse an der Arbeit der BI Bahnlärm.
Wahlen: Vorsitzende Dietmar Kraske und Martin Zetting; Schriftführer Peter Textor; Rechnerin Susanne Zetting; Beisitzer Dieter Beck, Ernst Rickels, Helmut Bakenhus, Stefan Hartmann, Peter Ohnemus, Klaus Deutschkämer; Kassenprüfer Guido Krumm, Berthold Klotz

Mitglieder: 151

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/mahlberg/die-bi-bahnlaerm-bleibt-misstrauisch–122319163.html

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