18.4.2016 Vogel Triel könnte Bau der Rheintalbahn torpedieren

Die Bürgertrasse ist als Sieg beim Ringen um die Rheintalbahnpläne gefeiert worden. Könnte ein seltener Vogel diesen Erfolg in Frage stellen? Ein Interview mit dem Bugginger Bürgermeister.

Das Aufkommen seltener Tierarten kann Bauprojekte wie Bahntrassen behindern. Bei der geplanten Bürgertrasse zum Ausbau der Rheintalbahn auf Höhe von Buggingen könnte es der Triel sein. Weil zwei Vogelpärchen gesichtet wurden, soll das Vogelschutzgebiet Bremgarten von derzeit 520 Hektar um weitere 1200 Hektar erweitert werden. Der östliche Rand ist so geplant, dass die Bürgertrasse gerade noch innerhalb der Schutzzone liegt. Gefährdet das deren Realisierung? Darüber sprach BZ-Autorin Sigrid Umiger mit dem Bugginger Bürgermeister Johannes Ackermann.

BZ: Herr Ackermann, woher kommt plötzlich der Triel und warum wird das Schutzgebiet so weit nach Osten ausgedehnt?
Johannes Ackermann: Der Triel lebt seit Jahrzehnten im Elsass nahe Fessenheim und hat dort eine stabile Population von 40 bis 160 Brutpaaren. Dass einer der Vögel mal über die Grenze fliegt, wie 2011 erstmals von einem Vogelkundler entdeckt, ist keine Überraschung. Auf einem Acker bei Grißheim haben im letzten Jahr zwei Vogelpaare Eier abgelegt, Bruterfolg gab es allerdings keinen. Der Vogel meidet die Nähe zu Wohngebieten, weshalb ein Großteil der Gemarkungen Grißheim und Zienken außerhalb des geplanten Vogelschutzgebietes liegen. In Buggingen wird aber genau das nicht berücksichtigt, denn hier grenzt die derzeit geplante Schutzzone direkt an das Industriegebiet Kali. Das bedeutet, dass die Bürgertrasse auf einer Länge von 3,9 Kilometer innerhalb des Vogelschutzgebietes liegen soll. Diese Beeinträchtigung werden wir nun beim Regierungspräsidium hinterfragen. Die zusätzliche Flächeninanspruchnahme von 1200 Hektar sind auch für die Landwirtschaft eine erhebliche Belastung, die Landwirte haben daher ebenfalls Einspruch erhoben.

BZ: Die Bahn hat angedeutet, dass der Bau der Bürgertrasse im Vogelschutzgebiet rechtlich nicht zulässig sein könnte. Falls doch, könnten Schutzmaßnahmen für den Triel Mehrkosten von bis zu 50 Millionen Euro verursachen. Könnte man diese Andeutungen als Vorwand für die Nichteinhaltung der Bahn-Kostenschätzung sehen, oder sogar als Versuch der Bahn, durch die Hintertüre doch noch ihre ursprüngliche Planung, die Antragstrasse, durchzusetzen?
Ackermann: Dies wollen wir nun von der Unteren Naturschutzbehörde im Regierungspräsidium Freiburg geklärt haben. Dort wurde uns auf mehrfache Nachfrage immer wieder versichert, dass es durch die Ausweisung des Vogelschutzgebietes weder zu erheblichen Mehrkosten beim Bau der Bürgertrasse und schon gar nicht zur rechtlichen Unzulässigkeit kommen kann. Diese Einschätzung wurde auch schriftlich in Protokollen zu dem Thema festgehalten.

Weiterlesen:

http://www.badische-zeitung.de/sulzburg/ackermann-buergertrasse-darf-auf-keinen-fall-gefaehrdet-werden–120898205.html

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