7.4.2016 Mehr Tempo beim Ausbau der Rheintalbahn gefordert

Regionalverbände verabschieden Resolution / Besuch beim Rastätter Tunnel

Die Regionalverbände Südlicher Oberrhein und Mittlerer Oberrhein fordern mehr Tempo beim Ausbau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Karlsruhe und Basel. Ein Bahnsprecher betonte erneut, dass mit mit der Fertigstellung des Offenburger Tunnels nicht vor 2035 zu rechnen sei.

Bei einer gemeinsamen Sitzung der Planungsausschüsse der Regionalverbände Südlicher Oberrhein und Mittlerer Oberrhein auf der Baustelle des Rastatter Tunnels bei Ötigheim wurde jetzt eine Resolution verabschiedet, in der ein schnelleres Tempo beim Ausbau der Rheintalbahn gefordert wird. Zudem wollen die Verbände, dass das  ausstehende Planungsverfahren transparent, offen und kooperativ gestaltet wird. Im Interesse der Menschen an der Strecke müsse außerdem für einen optimalen Lärmschutz gesorgt werden.

Die Vertreter beider Planungsverbände zeigten sich von den Dimensionen der Baustelle auf Gemarkung der Gemeinde Ötigheim beeindruckt. Allein am nördlichen Tunnelportal ist die Baufläche 129 000 Quadratmeter groß, hinzu kommt eine ähnlich große Fläche am südlichen Tunnelportal bei Niederbühl.

Offenburg 2035 fertig

»Man bekommt ein Gefühl dafür, weshalb der Tunnel so viel Geld kostet«, fasste Otto Neideck vom Regionalverband Südlicher Oberrhein zusammen und fügte an: »Was ich nie kapieren werde ist, warum es so lange dauert.« Wie Bahn-Sprecher Michael Breßmer zuvor bestätigte, dürfte es mindestens bis zum Jahr 2035 dauern, ehe mit der Inbetriebnahme des Offenburger Tunnels eines der letzten Teilstücke der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Richtung Basel fertig gestellt sein wird. »Hier fangen wir wieder bei Null an.« Ursprünglich sollte das Gesamtvorhaben bereits im kommenden Jahr fertig gestellt sein, doch davon ist schon lange keine Rede mehr.

Die Planungen für eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Karlsruhe und Basel gehen auf das Jahr 1996 zurück, als mit der Schweiz eine entsprechende Vereinbarung geschlossen wurde. Ziel ist es, den Güterverkehr in Richtung Italien größtenteils auf die Schiene zu verlagern. Während sich in der Schweiz die Verzögerungen bei Bau der Alpentransversale im überschaubaren Rahmen bewegen, hinkt in Deutschland das Vorhaben dem Zeitplan weit hinterher.

Es sei der Bevölkerung aber nicht zuzumuten, nochmals 20 Jahre mit dem Lärm der Güterzüge auf der hoch ausgelasteten Rheintalstrecke leben zu müssen, hieß es aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Unverständnis herrschte auch, weil die Appenweierer Kurve, mit der die Rheintalbahn an die TGV-Strecke auf französischer Seite angeschlossen wird, nicht im vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans auf taucht. Hier müsse die Region Druck machen.

Zufrieden zeigte man sich, dass die Neu- und Ausbaustrecke zwischen Graben-Neudorf und Karlsruhe in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen wurde und auch, dass in der Region Südlicher Oberrhein mehr Geld für einen verbesserten Lärmschutz bereit gestellt wird.

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