7.4.2016 EU will Lärmsanierung erneut fördern

Bei den Bemühungen um Minderung des Schienengüterverkehrslärms reichen die bisher umgesetzten Schritte nicht aus, um vor 2030 hörbare Fortschritte zu erzielen. Darüber herrschte Einigkeit auf der 10. Arbeitstagung über Bahnlärm (Railway Noise Workshop) kürzlich beim Internationalen Eisenbahnverband in Paris.

Es gebe jetzt die Wahl zwischen verschiedenen Optionen, stellten die Referenten klar: höhere Prämien für das Umrüsten der Waggonbremsen, lärmabhängige Trassenpreise, Einführung einer für alle verbindlichen Technischen Spezifikation auf dem Gebiet Lärm (TSI Noise), Lärmgrenzen auf den Ten-T-Korridoren oder Verkehrsbeschränkungen für dicht besiedelte Gebiete.

Wie der Koordinator der UIC-Arbeitstagung, Jakob Oertli von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), erklärte, „haben die Techniker in den zurückliegenden Jahren ihren Teil der Arbeit geleistet, und nun sind die Politiker an der Reihe“. Der Schienengüterverkehr sei von europäischer Bedeutung. Darum müsse auch für das Problem der damit verbundenen Lärmbelastung durch die Regierungen eine gemeinsame europäische Lösung gefunden werden.

Die Vertreter der EU-Kommission, Marcin Wojcik von der Generaldirektion Verkehr und Ivana Juraga von der Generaldirektion Umwelt, machten darauf aufmerksam, dass rund 50 Prozent des Bahnverkehrs auf grenzüberschreitende Transporte entfallen. Darum stellten einseitige nationale Maßnahmen zur Bahnlärmbekämpfung wie Geschwindigkeitsbeschränkungen, Nachtfahrverbote oder Umleitungen Hindernisse für die Interoperabilität der Bahn und für den gemeinsamen europäischen Markt dar. Damit wachse die Gefahr, dass Güterverkehr wieder von der Schiene auf die Straße wechselt. Gefordert seien EU-Lösungen.

Einen wesentlichen Schritt in Richtung Lärmminderung sieht die EU-Kommission in den Technical Specifications for Interoperability (TSI) Noise der Europäischen Eisenbahnagentur (ERA) für Lärmschutz am „Rollmaterial“, also den Waggons und Lokomotiven. Die TSI Noise wurden mehrfach durch die ERA und die EU-Kommission ergänzt und aktualisiert, zuletzt 2015. Güterwaggons, die nicht den TSI-Standards entsprechen, stellten die wichtigste Quelle für Bahnlärm dar.

Darum unterstützt die EU Wagenhalter finanziell, die es durch technische Maßnahmen schaffen, die von der EU vorgegebenen Lärmgrenzen zu unterschreiten. 20 Prozent der Kosten für das Umrüsten der Bremssysteme auf Kompositbremsbeläge, also die sogenannte K- oder LL-Sohle, sind erstattungsfähig. Dafür hat die EU-Kommission bereits 2014 Gelder bereitgestellt; eine zweite Aktion mit voraussichtlich 20 Mio. EUR ist für Herbst 2016 geplant.

Die Kommissionsvertreter verwiesen darauf, dass in Europa 29 Prozent der Einwohner unter Verkehrslärm und davon 13 Prozent unter Bahnlärm leiden. Das seien 14 Mio. Menschen. (ici)

Quelle: http://www.dvz.de/rubriken/politik/single-view/nachricht/eu-will-laermsanierung-erneut-foerdern.html

 

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