9.3.2016 (Offenburg) Ausschuss für drei Meter hohe Lärmschutzwände an der Bahn

Endgültige Entscheidung am 14. April im Gemeinderat  /  BI Bahntrasse will sich erst noch positionieren

In Offenburgs Süden will die Bahn ab Herbst 2018 auf einer Länge von rund 3000 Metern Lärmschutzwände bauen. Die Mitglieder des Planungsausschusses positionierten sich am Montagabend vorsichtig, dass die Wände drei Meter hoch und aus Aluminium sein sollen. Die endgültige Entscheidung fällt aber erst in der Gemeindertssitzung am 14. April. Und in diese soll auch das Stimmungsbild der Bürger einfließen.

Der Tenor im Planungsausschuss am Montagabend war eindeutig: Eine Lärmschutzwand wird niemals eine Schönheit sein, aber zum Schutz der Anlieger der Bahntrasse ist sie eben sinnvoll. DB-Projektleiterin Sabine Weiler stellte die von der Bahn geplante Lärmsanierung vor: Sie soll südlich zwischen Zähringer Straße und Mühlbachbrücke (650 Meter verlaufen). Ebenfalls auf der Südseite soll der Abschnitt zwischen Kinzigbrücke und Buswendeplatz Hildboltsweier geschützt werden (1560 Meter). Auf der Nordseite soll eine Lärmschutzwand zwischen B3/33-Querung und SCO-Sportplatz entstehen (835 Meter).

Weiler skizzierte den Zeitplan: Demnach soll im Oktober 2018 das Planfeststellungsverfahren starten, für das 18 Monate veranschlagt werden. Im Herbst 2018 soll Baubeginn sein, Ende 2019 sollen die Lärmschutzwände stehen.
Zwei Knackpunkte gibt es im Vorfeld zu klären: Das ist zum einen die Frage, wie hoch die Mauern sein sollen. »Wir möchten uns für den größtmöglichen Gesundheits- und Lärmschutz einsetzen, deshalb sind wir für drei Meter hohe Lärmschutzwände«, erläuterte Bürgermeister Oliver Martini. Damit würden 300 Wohnungen mehr geschützt und ohne passive Lärmschutzmaßnahmen auskommen, als wenn man die Wände nur zwei Meter baue. Knackpunkt zwei ist die Gestaltung: Hier will man prüfen, ob man das Ganze mit durchsichtigen Einbauten und Bepflanzungen optisch etwas auflockern kann. Das kostet dann aber auch entsprechend: Projektleiterin Weiler machte klar, dass der Bund nur die Standardausführung in Aluminium bezahlt. Für alle weitergehenden Wünsche muss die Stadt aufkommen.

Größerer Effekt

CDU-Fraktionschef Albert­ Glatt nannte die Lärmsanierung sehr erfreulich und sprach sich grundsätzlich für eine drei Meter hohe Wand aus. Sie habe den größeren Effekt.
SPD-Stadtrat Bertold Thoma erinnerte an Zeiten, als man gegen Lärmschutzwände gekämpft habe. Aber jetzt sei eine andere Situation. Bis zum Tunnel dauere es noch 20 Jahre, deshalb müsse man handeln: »Die überwiegende Mehrheit unserer Fraktion begrüßt die Wände.«

Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionschef Ingo Eisenbeiß: »Natürlich sind wir uns einig, dass das nur eine zweite Wahl darstellt. Trotzdem begrüßen wir das.«
Freie-Wähler-Stadtrat Rudi Zipf wünschte sich eine weitere Lärmschutzwand nördlich der Bahnlinie zum Schutz des Freizeitbads und der Parkanlagen. Dem erteilte Sabine Weiler eine Absage: Es fehlt dort schlicht an Gebäuden, die es zu schützen gilt.

»Die Gesundheit der Bürger ist wichtig«, sprach sich auch FDP-Stadtrat Karl-Heinz Eckerle für die Lärmwände aus. Aber mit der Höhe habe er ein Problem. Er schlug vor, Demo-Lärmschutzwände aufzustellen. Außerdem wolle er erstmal die Meinung der Bürger bei der gestrigen Bürgerinfo hören. Er enthielt sich deshalb als Einziger.
Stadträtin Florence Wetzel (Offenburger Liste) begrüßte den Lärmschutz ebenfalls. Sie wünschte sich allerdings eine Darstellung, wie wirksam verschiedene Materialien sind und was sie kosten.

BI mit Bauchschmerzen

Die BI Bahntrasse, deren Vorstand vollzählig anwesend war, hat sich noch nicht positioniert. Es war allerdings herauszuhören, dass ihr die drei Meter Höhe in der Königswaldstraße Bauchschmerzen bereitet, weil dort bereits die Gleise 70 Zentimeter über Straßenniveau liegen.
CDU-Stadtrat Klaus Binkert machte sich dafür stark, nicht nur in den südlichen Stadtteilen Lärmschutzwände zu bauen, sondern in der ganzen Stadt. Diesen Antrag hat er bereits für den Doppelhaushalt 2016/17 gestellt.

Quelle: http://www.bo.de/lokales/offenburg/ausschuss-fuer-drei-meter-hohe-laermschutzwaende-der-bahn

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